Papst León XIV besucht Arguineguín und hört bewegende Migrantenberichte – Leben (Jugendliche Migranten)

Papst León XIV besucht Arguineguín und hört bewegende Migrantenberichte

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

12 Juni, 2026

Arguineguín auf Gran Canaria wurde am Donnerstag zum Schauplatz eines bewegenden Besuchs: Papst León XIV nahm sich Zeit, um den Erlebnissen von Migranten zuzuhören, die die gefährliche Überfahrt über den Atlantik nach den Kanaren gewagt haben. Die Hafenanlage, einst als „Muelle de la Esperanza“ – Anlegeplatz der Hoffnung – bekannt, beherbergte 2020 zeitweise bis zu 1.600 Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen ausharrten. Sechs Jahre später warteten fast 2.000 Menschen bei sengender Hitze auf den Papst, der den Ort als Symbol für Leid und Hoffnung zugleich würdigte.

Die Berichte, die der Papst entgegennahm, zeigten die Härte der Migrationsroute. Eine Frau erzählte von der Kälte und der Angst, die sie auf der Straße erlebte. Sie berichtete von Verlust und Misshandlung, darunter auch der grausame Moment, als ihr das Baby weggenommen wurde. Ebenfalls vorgelesen wurde das Zeugnis von Blessing, einer Überlebenden von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung. Diese Schilderungen bewegten León XIV tief. Er betonte, dass Menschen keine bloßen Zahlen seien, sondern Würde und Träume besitzen, die respektiert werden müssen.

Unter den Anwesenden war auch Ousseynou Fall aus Senegal, der vor sechs Jahren über Mauretanien nach Gran Canaria kam. Er erinnert sich an die Zeit, als viele Migranten auf dem Boden des Hafens schliefen, und beschreibt die damals herrschende Überfüllung. Heute lebt er auf den Kanaren, arbeitet in einer Küche und sieht in der Begegnung mit dem Papst ein Zeichen der Hoffnung und Freude. In der Nachbarschaft von Mogán, nahe Arguineguín, erinnert sich die Anwohnerin Juana Isabel an die Ängste jener Tage, als die Menschen dicht gedrängt in unmittelbarer Nähe zu ihren Häusern ausharrten.

Der Papst richtete seine Worte direkt an die Migranten und hob ihre Würde hervor. Er mahnte Europa, nicht länger wegzusehen, während das Mittelmeer und der Atlantik zu tödlichen Fallen für viele Menschen werden. Er forderte die internationale Gemeinschaft zu nachhaltiger Zusammenarbeit auf. Auch die Kirche müsse aktiver werden: Die Aufnahme von Migranten dürfe keine Nebensache sein oder allein in den Händen von Ehrenamtlichen liegen. Der Glaube verpflichte zum Einsatz für die Schwächsten – vom Gebet müsse auch gelebte Nächstenliebe folgen.

Ein weiterer bewegender Bericht kam von Tito Villarmea, Kapitän von Salvamento Marítimo, der seit Jahren an vorderster Front Menschen aus Seenot rettet. Er berichtete von mehr als 20.000 geretteten Personen, eine Zahl, die ihm schwer auf der Seele liege. Villarmea erzählte von einer Mutter und ihrem Sohn auf einer überladenen Patera, die nach der Rettung einen emotionalen Moment teilten – ein Bild, das ihn und viele andere Helfer tief bewegt.

Der Besuch des Papstes in Arguineguín steht symbolisch für die anhaltende Herausforderung, die Migration über den Atlantik zu bewältigen. Für die Kanaren, die als europäisches Tor zu Afrika fungieren, bleibt die humanitäre Lage angespannt. Für Urlauber und Bewohner der Inseln zeigt sich hier ein realer Einblick in die komplexen sozialen und politischen Dynamiken, die Migration und Integration begleiten. Die Worte León XIVs rufen dazu auf, Menschlichkeit und Solidarität nicht zu vergessen – gerade angesichts der oft lebensbedrohlichen Umstände, denen Migranten auf ihrer Reise ausgesetzt sind.

Quelle: eldiario.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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