Seit dem 10. April gilt in Europa das neue System für Ein- und Ausreisekontrollen, das Entry/Exit System (EES). Auf den Kanarischen Inseln, Mallorca und weiteren spanischen Flughäfen führen die neuen Sicherheitsmaßnahmen zu erheblichen Verzögerungen. Reisende berichten von Wartezeiten von bis zu zwei Stunden, was bereits zu verpassten Flügen und Anschlussverbindungen geführt hat. Die spanische Reisebranche fordert deshalb dringend mehr Personal und technische Unterstützung, um die Passagierkontrollen zu beschleunigen.
Das EES soll die Grenzkontrollen sicherer und effizienter gestalten, indem biometrische Daten von Reisenden erfasst und gespeichert werden. Die Confederación Española de Agencias de Viajes (CEAV), der Dachverband der spanischen Reisebüros, begrüßt grundsätzlich die verbesserten Sicherheitsstandards. Allerdings mahnt CEAV an, dass die Umsetzung des Systems nicht zulasten der Reiseflüssigkeit gehen darf. Ana Barluenga, Leiterin der Rechtsabteilung bei CEAV, fordert eine ständige Überwachung der Auswirkungen des EES und einen Ausbau der personellen und technischen Ressourcen, um einen reibungslosen Ablauf an den Grenzen zu gewährleisten.
Besonders hart trifft es die Flughäfen der Balearen, allen voran den Flughafen Palma de Mallorca. Dort kam es im April zu Wartezeiten von bis zu drei Stunden. Die regionale Reiseagenturvereinigung Aviba schließt sich der Kritik an und verlangt von den Behörden Notfallpläne für den Fall von Systemausfällen. Pedro Fiol, Präsident von Aviba, weist darauf hin, dass bei Ausfällen ausreichend Polizeikräfte bereitstehen müssen, um manuelle Kontrollen durchzuführen und einen Zusammenbruch des Betriebs zu verhindern.
Die langen Warteschlangen und Verzögerungen beschädigen nicht nur den Ruf der spanischen Flughäfen, sondern wirken sich auch negativ auf den Tourismus aus. Insbesondere der britische Reisemarkt, einer der wichtigsten für die Kanaren und Mallorca, reagiert empfindlich auf solche Nachrichten. Fiol warnt, dass sich die Meldungen über stundenlange Wartezeiten schnell verbreiten und potenzielle Urlauber abschrecken könnten. Für Urlauber und Auswanderer, die auf eine zügige Abfertigung angewiesen sind, verschärft sich die Situation damit spürbar.
Die Forderungen der Reisebranche sind klar: Die Behörden müssen kurzfristig mehr Personal einstellen und technische Systeme optimieren, um die Kontrollzeiten zu verkürzen. Zudem sollen alternative Kontrollverfahren bereitstehen, falls das EES-System ausfällt oder überlastet ist. Nur so lässt sich vermeiden, dass die touristisch wichtigen Flughäfen der Kanaren, Mallorcas und anderer spanischer Regionen durch die neuen Grenzkontrollen in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden.
Für Reisende bedeutet das konkret: Wer in den kommenden Wochen und Monaten von oder zu den Kanarischen Inseln fliegt, sollte längere Wartezeiten an den Grenzkontrollen einplanen. Urlauber und Pendler sind gut beraten, frühzeitig am Flughafen zu erscheinen und sich auf mögliche Verzögerungen einzustellen. Die Behörden arbeiten daran, die Abläufe zu verbessern, doch bis dahin sind Geduld und Planung gefragt, um Stress und verpasste Flüge zu vermeiden.
Insgesamt zeigt sich, dass die Einführung des EES zwar sicherheitstechnisch sinnvoll ist, aber die aktuellen Kapazitäten an den Flughäfen nicht ausreichen, um die Passagierströme ohne größere Verzögerungen zu bewältigen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell und effektiv die Behörden auf die Herausforderungen reagieren, um den internationalen Reiseverkehr auf den Kanaren und anderen spanischen Inseln wieder flüssiger zu gestalten.
Quelle: hosteltur.com
Zum Original