Auf den Kanarischen Inseln hat die Regierung einen neuen Schwerpunkt im Kampf gegen Misshandlung älterer Menschen gesetzt. Am 19. Juni wurde in Las Palmas de Gran Canaria die Initiative „Auf dem Weg zu einer Kultur des guten Umgangs“ vorgestellt. Die Veranstaltung fand anlässlich des Welt-Aktionstags gegen Misshandlung älterer Menschen statt, der jährlich am 15. Juni begangen wird. Francisco Candil, stellvertretender Sozialminister der Kanaren, eröffnete die Veranstaltung und betonte die Bedeutung, ältere Menschen mit Würde und Respekt zu behandeln und sie vor jeglicher Form von Missbrauch zu schützen. Dabei zählt nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch psychische, sexuelle, wirtschaftliche Misshandlung sowie Vernachlässigung und Ausgrenzung.
Die Kanarische Regierung verfolgt mit der Initiative einen präventiven Ansatz. Candil erklärte, dass es darum gehe, die Würde der älteren Bevölkerung zu wahren und bei Verdachtsfällen oder tatsächlichen Missbrauchssituationen konsequent und schnell zu handeln. Ein wichtiger Schritt ist die Entwicklung eines Protokolls zur Erkennung, Prävention und Intervention bei Missbrauch in institutionellen Einrichtungen. Dieses wird in Zusammenarbeit mit dem Colegio Oficial de Trabajo Social de Santa Cruz de Tenerife erarbeitet, der offiziellen Fachvertretung für Sozialarbeit auf den Kanaren.
Yanira Febles, Vizepräsidentin des Colegio Oficial de Trabajo Social, erläuterte, dass seit sieben Monaten an diesem Projekt gearbeitet wird. Ziel ist die Erstellung eines Leitfadens für den guten Umgang mit älteren Menschen sowie eines Handlungsprotokolls für soziale Interventionen bei Missbrauchsfällen. Darüber hinaus plant man, ein weiteres Protokoll zur Erkennung und Intervention bei häuslicher Gewalt zu entwickeln und alle Protokolle in Pilotprojekten auf ihre Wirksamkeit zu prüfen.
Die Veranstaltung in Gran Canaria versammelte rund hundert Fachleute aus den Bereichen Sozialarbeit, Psychologie, Pädagogik sowie Vertreter sozialer und gesundheitlicher Institutionen, die sich auf die Belange älterer Menschen spezialisiert haben. Bereits am 15. Juni hatte ein ähnliches Treffen in der Regierung der Kanarischen Inseln in Santa Cruz de Tenerife stattgefunden. Das diesjährige Motto des Welt-Aktionstags lautete „Missbrauch älterer Menschen in Langzeitpflegeeinrichtungen: Durch Daten und Maßnahmen handeln“. Es fokussierte auf die Prävention durch politische Maßnahmen, institutionelle Strukturen und Unterstützungssysteme, die die Autonomie und Rechte älterer Menschen schützen sollen.
Die gesamte Initiative ist Teil des sogenannten Maresía-Plans, den das Sozialministerium über die Generaldirektion für Senioren und aktive Teilhabe vorantreibt. Dieser Plan bündelt verschiedene Aktivitäten, Programme und Projekte, die das aktive Altern, die soziale Teilhabe sowie den Schutz der Rechte älterer Menschen auf den Kanarischen Inseln fördern. Neben dem Protokoll für Missbrauchserkennung und Intervention in Gesundheits- und Sozialbereichen wurde auch ein Leitfaden für den guten Umgang mit älteren Menschen vorgestellt. Zudem liegt ein Abschlussbericht vor, der theoretische Grundlagen, empirische Studien, Analyseergebnisse sowie Handlungsempfehlungen zusammenfasst.
Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet diese Initiative eine verstärkte Aufmerksamkeit für das Thema älterer Menschen und deren Schutz. Insbesondere für ältere Personen in Pflegeeinrichtungen oder betreuten Wohnformen sollen die neuen Maßnahmen mehr Sicherheit und Schutz vor Missbrauch bieten. Auch Angehörige und Betreuer können künftig auf klare Handlungsempfehlungen und Anlaufstellen zurückgreifen. Insgesamt stärken die Kanarischen Inseln damit ihre soziale Infrastruktur und setzen ein Zeichen für den respektvollen Umgang mit einer wachsenden älteren Bevölkerung.
Quelle: tenerifeweekly.com
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