Wer auf die Kanarischen Inseln auswandert oder einen längeren Aufenthalt plant, beschäftigt sich früher oder später auch mit dem Thema Gesundheitsversorgung. Neben Ärzten und Krankenhäusern spielen dabei vor allem Apotheken und die Versorgung mit Medikamenten eine wichtige Rolle.
Die gute Nachricht für viele Auswanderer: Die medizinische Grundversorgung auf den Kanaren gilt insgesamt als gut organisiert. Apotheken sind nahezu überall vorhanden und viele Medikamente sind problemlos erhältlich. Dennoch gibt es einige Unterschiede zum deutschen System, die Auswanderer kennen sollten.
Besonders Menschen, die regelmäßig Medikamente benötigen oder chronische Erkrankungen haben, sollten sich frühzeitig informieren und gut vorbereiten.
Wie funktioniert das Apothekensystem auf den Kanaren?
Apotheken heißen in Spanien „Farmacia“ und sind leicht an dem typischen grünen Kreuz zu erkennen. Selbst in kleineren Orten gibt es meist mindestens eine Apotheke.
Auf den größeren Inseln wie Teneriffa oder Gran Canaria ist die Versorgung besonders gut. In touristischen Regionen finden sich häufig mehrere Apotheken in direkter Nähe.
Die meisten Apotheken bieten nicht nur Medikamente an, sondern beraten auch zu gesundheitlichen Fragen, kleineren Beschwerden oder Hautproblemen.
Öffnungszeiten der Apotheken
Die Öffnungszeiten unterscheiden sich teilweise von Deutschland. Viele Apotheken haben mittags einige Stunden geschlossen, besonders außerhalb touristischer Gebiete.
Typische Öffnungszeiten sind:
- Montag bis Freitag: etwa 9:00 bis 13:30 Uhr und 16:30 bis 20:00 Uhr
- Samstag oft nur vormittags geöffnet
- Sonntag meist geschlossen
In größeren Städten und Touristenzentren existieren jedoch auch Apotheken mit längeren Öffnungszeiten.
Notdienst-Apotheken auf den Kanaren
Wie in Deutschland gibt es auf den Kanaren ein Notdienstsystem. Bestimmte Apotheken übernehmen nachts, an Feiertagen oder am Wochenende den Bereitschaftsdienst.
Die zuständigen Notdienst-Apotheken werden meist direkt an den Schaufenstern anderer Apotheken angezeigt.
Gerade in touristischen Regionen ist die Versorgung auch außerhalb normaler Öffnungszeiten meist gut organisiert.
Welche Medikamente sind erhältlich?
Viele Medikamente, die in Deutschland erhältlich sind, gibt es auch auf den Kanaren. Allerdings unterscheiden sich teilweise die Produktnamen oder Hersteller.
Bestimmte Medikamente können in Spanien rezeptfrei erhältlich sein, während sie in Deutschland verschreibungspflichtig sind – und umgekehrt.
Deshalb sollten Auswanderer nicht automatisch davon ausgehen, dass alle gewohnten Präparate identisch verfügbar sind.
Rezeptpflichtige Medikamente
Verschreibungspflichtige Medikamente werden in Spanien nur gegen Vorlage eines gültigen Rezepts ausgegeben.
Wer dauerhaft auf den Kanaren lebt, sollte sich möglichst bei einem spanischen Arzt registrieren lassen, um regelmäßig benötigte Medikamente problemlos verschrieben zu bekommen.
Besonders bei chronischen Erkrankungen ist eine langfristige medizinische Betreuung wichtig.
Mitnahme von Medikamenten bei der Auswanderung
Viele Auswanderer bringen zunächst einen Vorrat ihrer Medikamente aus Deutschland mit. Gerade in den ersten Monaten kann das sinnvoll sein.
Wichtig ist dabei:
- Medikamente möglichst in Originalverpackungen transportieren
- Rezepte oder ärztliche Bescheinigungen mitführen
- Wirkstoffnamen notieren, da Produktnamen abweichen können
- Vorher prüfen, ob bestimmte Medikamente in Spanien verfügbar sind
Bei stärkeren Schmerzmitteln oder besonderen Medikamenten gelten teilweise zusätzliche Vorschriften.
Unterschiede zwischen deutschen und spanischen Medikamenten
Auch wenn viele Medikamente denselben Wirkstoff enthalten, können Dosierungen, Verpackungen oder Markennamen unterschiedlich sein.
Deshalb empfiehlt es sich, nicht nur den Handelsnamen, sondern vor allem den Wirkstoff zu kennen.
Apotheker auf den Kanaren helfen häufig dabei, vergleichbare Präparate zu finden.
Generika und günstigere Medikamente
In Spanien werden häufig Generika verwendet. Diese enthalten denselben Wirkstoff wie bekannte Markenprodukte, sind aber oft günstiger.
Viele Auswanderer stellen fest, dass Medikamente auf den Kanaren teilweise preiswerter sind als in Deutschland.
Sprachliche Herausforderungen
Gerade in kleineren Orten sprechen Apotheker nicht immer Deutsch oder Englisch. In touristischen Regionen ist die Kommunikation jedoch meist einfacher.
Es kann hilfreich sein, wichtige medizinische Begriffe oder den Namen des Wirkstoffs auf Spanisch zu kennen.
Viele Auswanderer nutzen Übersetzungs-Apps oder führen eine Liste ihrer Medikamente mit.
Krankenversicherung und Medikamente
Wer offiziell auf den Kanaren lebt und im spanischen Gesundheitssystem registriert ist, kann häufig von vergünstigten Medikamentenpreisen profitieren.
Die Kostenübernahme hängt jedoch von der jeweiligen Krankenversicherung und dem persönlichen Status ab.
Gesetzlich Versicherte
Rentner oder Arbeitnehmer, die im spanischen Gesundheitssystem registriert sind, zahlen häufig nur einen Teil der Medikamentenkosten.
Der Eigenanteil richtet sich teilweise nach Einkommen und Versicherungsstatus.
Private Krankenversicherung
Privatversicherte erhalten Medikamente oft zunächst gegen direkte Zahlung und reichen die Rechnungen später bei ihrer Versicherung ein.
Die Erstattungsregelungen unterscheiden sich je nach Tarif deutlich.
Apotheken als erste Anlaufstelle
Auf den Kanaren übernehmen Apotheken teilweise eine größere Beratungsfunktion als in Deutschland. Viele Menschen wenden sich zunächst an den Apotheker, bevor sie einen Arzt aufsuchen.
Gerade bei kleineren Beschwerden wie Erkältungen, Sonnenbrand oder Magenproblemen helfen Apotheker häufig direkt weiter.
Das spart in vielen Fällen Zeit und erleichtert den Alltag.
Typische Gesundheitsprodukte auf den Kanaren
Durch das sonnige Klima sind bestimmte Produkte besonders gefragt:
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
- Mittel gegen Sonnenbrand
- Insektenschutz
- Produkte gegen trockene Haut
- Allergiemedikamente
- Produkte gegen Reisekrankheit oder Magenprobleme
Besonders die intensive Sonneneinstrahlung sollte nicht unterschätzt werden.
Medizinische Versorgung auf den kleineren Inseln
Während Teneriffa und Gran Canaria über eine sehr gute medizinische Infrastruktur verfügen, ist das Angebot auf kleineren Inseln teilweise begrenzter.
Apotheken existieren jedoch auch auf Inseln wie La Gomera, El Hierro oder La Palma.
Für spezielle Medikamente oder Fachbehandlungen kann es dennoch notwendig sein, größere Städte oder andere Inseln aufzusuchen.
Wichtige Tipps für Auswanderer
- Vor der Auswanderung einen ausreichenden Medikamentenvorrat einplanen.
- Wirkstoffnamen statt nur Produktnamen notieren.
- Wichtige Rezepte und ärztliche Unterlagen mitnehmen.
- Frühzeitig einen Arzt auf der Insel suchen.
- Die eigene Krankenversicherung über den Auslandsaufenthalt informieren.
- Bei chronischen Erkrankungen regelmäßige Kontrolltermine organisieren.
Fazit
Die Versorgung mit Medikamenten und Apotheken auf den Kanaren ist insgesamt gut organisiert. Besonders auf den größeren Inseln finden Auswanderer moderne Apotheken, internationale Ärzte und eine solide medizinische Infrastruktur.
Dennoch gibt es Unterschiede zum deutschen System, auf die sich Auswanderer vorbereiten sollten. Wer regelmäßig Medikamente benötigt oder chronische Erkrankungen hat, sollte sich frühzeitig informieren und organisatorische Fragen klären.
Mit einer guten Vorbereitung lässt sich der Alltag auf den Kanaren jedoch meist problemlos organisieren – auch im Bereich Gesundheit und Medikamentenversorgung.