Kritik an Wasserpolitik in Kanaren: Desalination ohne technische Notwendigkeit auf Teneriffa (Wasserbecken Teneriffa)

Kritik an Wasserpolitik in Kanaren: Desalination ohne technische Notwendigkeit

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

13 April, 2026

Carlos Soler Liceras, ein erfahrener Ingenieur und ehemaliger Leiter der Wasserplanung in den Kanarischen Inseln, äußert sich kritisch zur aktuellen Wasserpolitik. In einem Interview erklärt er, dass der Klimawandel als Vorwand genutzt wird, um Notfälle im Wassersektor auszurufen und die Errichtung von Entsalzungsanlagen voranzutreiben. Diese Maßnahmen geschehen seiner Meinung nach ohne technische Rechtfertigung und ohne ausreichende Diskussion über alternative Lösungen. Soler betont, dass über 50 % des gelieferten Wassers in den kommunalen Netzen verloren gehen, was die Notwendigkeit von Entsalzungsanlagen in Frage stellt.

Die Problematik der Wasserknappheit auf den Kanaren ist nicht neu. Die Region leidet unter einem besonderen Klimaprofil, das von Trockenheit und unregelmäßigem Niederschlag geprägt ist. Dennoch wirft Solers Analyse einen neuen Blick auf die Herausforderungen, mit denen die Inseln konfrontiert sind. Er, der seit 1978 in der Wasserwirtschaft der Kanaren tätig ist, hebt hervor, dass die wahre Ursache der Wasserknappheit in den hohen Verlusten innerhalb der bestehenden Infrastruktur liegt. Diese Verluste resultieren oft aus veralteten Leitungen, unzureichender Wartung und einem Mangel an Investitionen.

Entsalzungsanlagen gelten als eine Lösung, um die Wasserversorgung zu sichern, jedoch weist Soler darauf hin, dass die Entscheidungsträger anstelle von Investitionen in die Reparatur der Wasserverluste auf diese teuren Anlagen setzen. Diese seien nicht nur kostspielig in der Installation und im Betrieb, sondern würden auch eine gefährliche Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen schaffen. Viele deutschsprachige Leser, die auf den Kanaren leben, könnten von dieser Thematik besonders betroffen sein. Schließlich sind sie oft auf eine zuverlässige Wasserversorgung angewiesen, sei es für den eigenen Haushalt, die Gartenbewässerung oder die Pflege von Freizeitaktivitäten.

Darüber hinaus verweist Soler auf die aktuelle Diskussion über die Präsenz von Mikroplastik in den Aquiferen, die seiner Meinung nach nicht ausreichend untersucht wurde. Die Qualität des Trinkwassers ist für die Gesundheit der Bevölkerung von zentraler Bedeutung. Die Frage, ob das Wasser, das täglich konsumiert wird, wirklich unbedenklich ist, beschäftigt viele Bürger. Soler stellt die Zuverlässigkeit der bisherigen Studien in Frage und fordert eine sorgfältigere Analyse der Wasserproben.

Abschließend fordert er eine grundlegende Überprüfung der Wasserstrategie auf den Kanarischen Inseln, um die tatsächlichen Probleme im Wassermanagement anzugehen und nachhaltige Lösungen zu finden. Dies könnte möglicherweise auch eine Chance für innovative Ansätze bieten, um die Wasserverluste zu minimieren und die Infrastruktur zu modernisieren. Für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren könnte eine solche Überarbeitung nicht nur eine Verbesserung der Wasserqualität bedeuten, sondern auch eine Stabilisierung der Wasserversorgung, die für das tägliche Leben unerlässlich ist. Solers kritische Stimme fordert dazu auf, über die kurzfristigen Lösungen hinauszudenken und langfristige Strategien zu entwickeln, die den einzigartigen Herausforderungen der Inseln gerecht werden.

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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