Die Kanarischen Inseln gehören zu den fünf spanischen Regionen, in denen ausländische Käufer am häufigsten Kredite für den Immobilienerwerb beantragen. Mit 6,3 Prozent aller Finanzierungsanfragen von Nicht-Residenten liegt das Archipel auf Rang fünf hinter der Comunidad Valenciana, Andalusien, Katalonien und Madrid. Diese Zahlen stammen aus dem aktuellen Bericht des Hypothekenbrokers Idealista für das zweite Quartal des Jahres.
Das Interesse internationaler Käufer am Immobilienmarkt der Kanaren bleibt damit hoch, besonders im Vergleich zum Profil der nationalen Käufer, die sich stärker auf Madrid und Barcelona konzentrieren. An der Spitze der ausländischen Käufer stehen Deutsche mit 15,6 Prozent der Finanzierungsanträge, gefolgt von Briten mit 10,6 Prozent und Schweizern mit 9,4 Prozent. Weitere wichtige Herkunftsländer sind Frankreich, die Niederlande, die USA, Irland, Belgien, Schweden und Italien.
Auffällig ist das deutlich höhere Einkommensniveau der ausländischen Käufer. Die durchschnittliche monatliche verfügbare Haushaltsrente liegt bei 6.779 Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie der spanische Durchschnitt von 3.385 Euro. Besonders Schweizer und US-amerikanische Antragsteller verfügen mit durchschnittlichen Einkommen von über 9.300 beziehungsweise 8.500 Euro über eine noch höhere finanzielle Leistungsfähigkeit.
Die Immobilienpreise, die diese Käufer anstreben, liegen im Mittel bei 265.093 Euro, was 3,6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum und deutlich über dem nationalen Durchschnitt von 207.569 Euro liegt. Dennoch entfallen 70 Prozent der Anträge auf Immobilien unter 200.000 Euro, was zeigt, dass auch preiswertere Objekte gefragt sind.
Die Daten zeigen zudem eine steigende Altersdurchschnitt der ausländischen Antragsteller, der inzwischen bei 44 Jahren liegt. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Finanzierung am Immobilienwert auf 68 Prozent, was auf eine vorsichtigere Kreditaufnahme hindeutet. Die Belastung durch die monatlichen Kreditraten beträgt durchschnittlich 23 Prozent des Einkommens und ist damit der niedrigste Wert im letzten Jahr.
Bei den tatsächlich abgeschlossenen Kaufverträgen liegt der durchschnittliche Kaufpreis sogar bei 403.000 Euro, wobei die Kreditsumme im Schnitt 235.000 Euro beträgt – ein historischer Höchstwert seit Beginn der Datenerfassung 2022. Die überwältigende Mehrheit der Hypotheken wird mit festem Zinssatz abgeschlossen (85 Prozent), während Mischmodelle nur 15 Prozent ausmachen und variabel verzinste Darlehen im Berichtszeitraum keine Rolle spielen.
Diese Entwicklung zeigt, dass die Kanarischen Inseln weiterhin ein attraktiver Standort für finanzkräftige ausländische Immobilienkäufer sind, die vor allem an Küstenregionen interessiert sind. Für den lokalen Immobilienmarkt bedeutet dies einen anhaltenden Druck auf die Preise und eine Nachfrage nach Finanzierungen, die sich von der nationalen Durchschnittsstruktur deutlich unterscheidet. Für potenzielle Käufer und Investoren auf den Kanaren ist es wichtig, diese Dynamik zu berücksichtigen, da sie Einfluss auf das Angebot, die Finanzierungskonditionen und die Preisentwicklung hat.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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