Physiotherapeutenmangel auf den Kanaren: Versorgungslage deutlich unter WHO-Empfehlung – Gesundheit (Arztpraxis)

Physiotherapeutenmangel auf den Kanaren: Versorgungslage deutlich unter WHO-Empfehlung

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

9 September, 2026

Auf den Kanarischen Inseln steht derzeit nur ein Physiotherapeut für etwa 5.592 Einwohner zur Verfügung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt hingegen eine Quote von einem Physiotherapeuten pro 1.000 Einwohner, um eine angemessene medizinische Versorgung sicherzustellen. Diese Diskrepanz führt zu einer erheblichen Unterversorgung auf den Inseln und belastet sowohl die Patienten als auch das Gesundheitssystem.

Mit insgesamt 398 Physiotherapeuten für rund 2,2 Millionen Einwohner befindet sich das Archipel unter den Regionen Spaniens mit der kritischsten Versorgungslage. Besonders in der Primärversorgung, also in den Gesundheitszentren, ist der Mangel spürbar: Auf Teneriffa kümmern sich lediglich 44 Physiotherapeuten um 42 Gesundheitszonen, auf Gran Canaria sind es nur 21 für 41 Bereiche. Diese Zahlen reichen bei weitem nicht aus, um den wachsenden Bedarf zu decken, vor allem angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und einer steigenden Zahl chronischer Erkrankungen sowie traumatischer Gesundheitsprobleme, die physiotherapeutische Behandlung erfordern.

Dieser Personalmangel hat direkte Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Viele Bewohner der Kanaren müssen auf private Therapien zurückgreifen, da die öffentlichen Dienste des Servicio Canario de Salud (SCS) überlastet sind und die Wartelisten lang sind. Physiotherapeuten tragen nicht nur zur Behandlung von Verletzungen bei, sondern verbessern auch die Lebensqualität älterer Menschen, unterstützen die Entwicklung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, helfen bei der Wiederherstellung der Mobilität nach neurologischen Schäden und behandeln Beckenbodenprobleme, die beispielsweise in der Schwangerschaft oder bei Inkontinenz auftreten können.

Die Einführung von Physiotherapeuten in den Gesundheitszentren im Jahr 2022 führte zunächst zu einer Verkürzung der Wartezeiten und zu Einsparungen im Gesundheitswesen, da weniger Patienten an Krankenhäuser überwiesen werden mussten. Allerdings haben sich die Arbeitsbedingungen der Therapeuten nicht verbessert. Sie beklagen eine ungleiche Bezahlung, die von der Bevölkerungszahl ihrer jeweiligen Gesundheitszone abhängt, sowie eine erhebliche Überlastung, da sie weit mehr Patienten betreuen, als empfohlen wird.

Der Mangel an Physiotherapeuten bedeutet auch einen wirtschaftlichen Nachteil für die öffentliche Verwaltung, da eine schnellere Genesung der Patienten deren frühere Rückkehr in den Arbeitsprozess ermöglicht. Zudem könnte durch eine bessere physiotherapeutische Versorgung der übermäßige Einsatz von Medikamenten reduziert werden, da viele Beschwerden effektiver mit Therapie, Bewegung und gezielten Übungen behandelt werden könnten.

Der Berufsverband Satse fordert daher eine Aufstockung der Personalstellen, die Besetzung bereits bestehender vakanten Stellen und eine gezielte Verteilung der Fachkräfte in besonders unterversorgte Gebiete. Die anhaltende Unterversorgung führt zu einem Abwandern vieler Physiotherapeuten in den privaten Sektor, was die Situation weiter verschärft. Nach Schätzungen arbeiten neun von zehn Physiotherapeuten auf den Kanaren privat oder selbstständig.

Die Gesundheitsbehörde hebt hingegen die Leistungen hervor, die im Krankenhaus La Candelaria erbracht werden, wo jährlich rund 95.000 Physiotherapie-Sitzungen stattfinden. Dort behandeln 64 Fachkräfte in zwölf Einheiten Patienten mit Schlaganfällen, traumatischen Verletzungen, Amputationen und weiteren Erkrankungen, die die Mobilität und Selbstständigkeit beeinträchtigen.

Für die Bewohner der Kanaren bedeutet der derzeitige Mangel an Physiotherapeuten lange Wartezeiten auf notwendige Behandlungen, die für die Genesung und das Wohlbefinden essenziell sind. Die Forderung nach mehr Personal und besseren Arbeitsbedingungen zielt darauf ab, die Versorgung zu verbessern und die gesundheitliche Situation der Bevölkerung nachhaltig zu stärken.

Quelle: laprovincia.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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