Die Gewerkschaft CC.OO. Canarias prangert die unzureichende Kontrolle der privaten Ambulanzunternehmen durch die kanarische Regierung an und fordert die Übernahme des Rettungstransports durch die öffentliche Hand. Nach Ansicht der Gewerkschaft profitieren einige Dienstleister von Vertragsverstößen, während die Arbeitsbedingungen der Rettungstechniker prekär bleiben und sich weiter verschlechtern.
Die Beschäftigten im Rettungstransport haben in den vergangenen Jahren rund 25 Prozent ihrer Kaufkraft eingebüßt, bei Gehältern, die teilweise unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Viele Mitarbeitende müssen Überstunden leisten oder Zweitjobs annehmen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Diese Belastungen führen zu Fachkräftemangel und einer hohen Fluktuation in einem Bereich, der für die Notfallversorgung der Bevölkerung auf den Kanaren unverzichtbar ist.
Die Gewerkschaft wirft der Gesundheitsbehörde vor, die Interessen der privaten Unternehmen zu bevorzugen und bisher keine Verhandlungen mit allen Beteiligten geführt zu haben. Die Kontrollmechanismen des Servicio Canario de Salud (SCS) seien ineffektiv, sodass es kaum Inspektionen oder Sanktionen bei Vertragsverstößen gebe. Beispielsweise würden weniger Personal oder Fahrzeuge eingesetzt als vertraglich vereinbart, und teilweise verkehren Ambulanzfahrzeuge mit hoher Laufleistung und schlechter Wartung.
CC.OO. Canarias fordert eine rückwirkende Gehaltsanpassung ab dem 1. Januar 2026 und lehnt Vorschläge der Unternehmen ab, die Erhöhungen erst Ende 2027 oder Anfang 2028 umzusetzen. Zudem wird die Internalisierung des Rettungstransports als langfristige Lösung gefordert, um die Qualität der Dienstleistung zu verbessern und die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu sichern. Die Gewerkschaft kritisiert, dass eine bereits vereinbarte Machbarkeitsstudie zur Übernahme des Dienstes durch die öffentliche Hand bislang unbeachtet geblieben sei.
Der Konflikt betrifft rund 2.500 Familien und hat bereits zu einem Abwandern von Fachkräften in andere Branchen geführt, was die Versorgung der Bevölkerung in Notfällen gefährdet. Die Gewerkschaft betont die große Verantwortung der Rettungstechniker, die trotz ihrer wichtigen Rolle oft unzureichend wertgeschätzt werden.
Die Debatte um die Zukunft des Rettungstransports auf den Kanaren gewinnt damit an Bedeutung für die öffentliche Gesundheit. Wie die kanarische Regierung auf die Kritik reagieren wird und ob die geforderten Maßnahmen umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Der nächste Schritt wird sein, ob sich die Behörden zu Verhandlungen mit allen Beteiligten bereit erklären, um eine nachhaltige Lösung für die Beschäftigten und die Notfallversorgung zu finden.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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