Die kanarische Gesundheitsbehörde plant eine umfassende Modernisierung der Krankenhausinfrastruktur auf Gran Canaria mit einem Gesamtvolumen von rund 90 Millionen Euro. Die Gesundheitsministerin Esther Monzón stellte am Dienstag im regionalen Parlament die aktuellen Maßnahmen und zukünftigen Projekte vor, die vor allem die großen Kliniken der Insel betreffen. Im Mittelpunkt der Investitionen steht das Universitätsklinikum Insular-Materno Infantil in Las Palmas, dessen Neubau der Kinderklinik mit 41 Millionen Euro die größte Einzelmaßnahme darstellt. Diese neue Kinderklinik soll die pädiatrische Versorgung auf der Insel deutlich verbessern.
Neben dem Neubau der Kinderklinik sieht das Projekt eine umfassende Umstrukturierung der Kapazitäten im Krankenhauskomplex vor. Dazu gehört auch der geplante Neubau des Hospital Insular auf dem Gelände der ehemaligen Universität von Las Palmas (CULP). Für die Entwicklung dieses Projekts sind bereits 500.000 Euro veranschlagt. Die Sanierung der Fassade des Hospital Insular läuft parallel, wobei die erste Phase mit mehr als sieben Millionen Euro für den südlichen Gebäudeflügel bereits im April begonnen hat. Zudem wird eine neue Einheit für hochauflösende Diagnostik errichtet, die sich derzeit in der Umsetzung befindet.
Weitere Investitionen betreffen spezialisierte Bereiche wie die neue „Unidad de Atención Integral a Víctimas Vulnerables“ (Einheit zur umfassenden Betreuung von verletzlichen Opfern), die mit 281.000 Euro ausgestattet wird. Die Bauarbeiten sollen in Kürze starten. Parallel dazu sind Projekte für die „Hospitalización de Bajo Requerimiento“ (stationäre Behandlung mit geringem Bedarf) mit 366.000 Euro sowie die „Unidad de Custodia Hospitalaria“ (Krankenhauswache) mit 782.000 Euro in Ausführung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Nachhaltigkeitsmaßnahmen innerhalb des Krankenhauskomplexes. So wurden drei neue Wärmepumpen installiert, die mit 823.000 Euro finanziert wurden und die Energieeffizienz der Einrichtungen erhöhen sollen.
Die Gesundheitsministerin betonte ausdrücklich die Priorität der psychischen Gesundheit in den Infrastrukturplänen. Für die Erneuerung des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Krankenhauses, die Einheit für Dualdiagnosen und die altersdifferenzierten Notfallbereiche für Kinder und Jugendliche stehen mehr als 370.000 Euro bereit. Diese Maßnahmen sind noch nicht gestartet, sollen aber zeitnah umgesetzt werden.
Das zweite große Investitionspaket betrifft das Universitätskrankenhaus Gran Canaria Doctor Negrín. Für die Jahre 2026 und 2027 ist hier eine Erweiterung der Notaufnahme mit 47 zusätzlichen Betten geplant. Neu geschaffen werden spezielle Bereiche für geriatrische und psychiatrische Notfälle. Die Baukosten betragen 790.000 Euro, der Baubeginn ist für Juni vorgesehen, mit einer geplanten Bauzeit von sechs bis sieben Monaten.
Darüber hinaus soll am Doctor Negrín ein neues Gebäude für fortschrittliche Therapien entstehen. Dieses Projekt mit einem Investitionsvolumen von 29 Millionen Euro befindet sich aktuell in der Ausschreibung. Dort werden unter anderem eine Protonentherapie sowie eine neue Zyklotron-Einheit für die Nuklearmedizin untergebracht – hoch spezialisierte Behandlungs- und Diagnostikverfahren.
Weitere Modernisierungen umfassen neue Hybrid-Operationssäle, die Umstrukturierung des ambulanten OP-Bereichs mit einer neuen zahnmedizinischen Abteilung sowie eine vierte Hämodynamik-Suite. Kürzlich wurde zudem ein onkologisches Tageskrankenhaus mit mehr als 400.000 Euro Investition eröffnet. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch einen neuen Pathologiedienst sowie die Erneuerung des Umspannwerks II mit einem Budget von über zwei Millionen Euro.
Technologisch setzt das Krankenhaus auf modernste Ausstattung: Eine neue 3-Tesla-Magnetresonanztomographie wurde für über zwei Millionen Euro angeschafft. Zudem werden chirurgische Mikroskope für die Augenheilkunde im Wert von 330.000 Euro sowie 30 Ultraschallgeräte für verschiedene Abteilungen mit einem Gesamtwert von über einer Million Euro in Betrieb genommen.
Diese umfangreichen Investitionen zeigen die klare Strategie der kanarischen Regierung, die medizinische Versorgung auf Gran Canaria zeitgemäß und leistungsfähig zu gestalten. Für Einwohner, Urlauber und Auswanderer bedeutet dies eine verbesserte Infrastruktur und spezialisierte Behandlungsmöglichkeiten, die den steigenden Anforderungen im Gesundheitswesen gerecht werden.
Quelle: laprovincia.es
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