Kanaren-Gesundheitsdienst bietet bessere Bezahlung und mehr Personal – Ärztestreik bleibt bestehen – Arbeit (Gewerkschafts…

Kanaren-Gesundheitsdienst bietet bessere Bezahlung und mehr Personal – Ärztestreik bleibt bestehen

User avatar placeholder
Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

18 Juni, 2026

Die kanarische Gesundheitsbehörde hat ein verbessertes Angebot zur Beendigung des anhaltenden Ärzte-Streiks vorgelegt. Es umfasst höhere Vergütungen für Bereitschaftsdienste und zusätzliche Einstellungen. Trotz dieses Fortschritts hält der Ärzteverband Sindicato Médico an der für kommende Woche geplanten autonomen Streikwelle fest.

Levy Cabrera, Generalsekretär des Sindicato Médico, zeigte sich überrascht, dass die Gesundheitsbehörde ihre Vorschläge öffentlich über Medien verbreitete, statt in direkten Verhandlungen mit den Streikkomitees. Bislang gibt es keine weiteren Gesprächstermine. Cabrera bezeichnete die angebotenen Verbesserungen dennoch als einen „Schritt nach vorne“, da erstmals von der Verwaltung Zugeständnisse gemacht wurden, die zuvor nicht zu hören waren.

Derzeit erhalten Ärzte auf den Kanaren mit 23,60 Euro die landesweit niedrigste Vergütung pro Bereitschaftsstunde. Für Assistenzärzte (MIR) beträgt die Bezahlung nur 11 Euro. Die Gesundheitsbehörde will diese Sätze auf das Niveau der drei bestbezahlten autonomen Gemeinschaften anheben. Auch der Zusatz für berufliche Erfahrung, der ebenfalls im unteren Bereich liegt, soll verbessert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Neuorganisation der 24-Stunden-Bereitschaftsdienste. Die Ärzte fordern eine Erhöhung der Ruhezeit nach einem Bereitschaftsdienst von aktuell 24 auf 48 Stunden, insbesondere für Dienste am Freitag, da derzeit der Montag als freier Tag fehlt. Cabrera betonte, dass dies die Mindestanforderung sei, die kurzfristig umgesetzt werden müsse. Voraussetzung dafür ist jedoch die Einstellung von zusätzlichem Personal, um die Dienstpläne entsprechend anzupassen.

Die Gesundheitsbehörde erkennt inzwischen an, dass viele Forderungen in der Zuständigkeit der autonomen Gemeinschaften liegen, unabhängig vom nationalen Rahmenstatut für das Gesundheitspersonal. Trotzdem bittet der Sindicato Médico die Behörde, den Druck auf die Gesundheitsministerin Mónica García und den Interterritorialen Rat des Nationalen Gesundheitssystems zu erhöhen, um bundesweite Unterstützung zu sichern.

Die konkrete Bewertung des Angebots steht noch aus. Der Streikvorstand will den Vorschlag genau prüfen und erst dann entscheiden, ob der für Montag und Dienstag angesetzte Streik ausgesetzt wird.

Auch im Bereich der Primärversorgung sieht der Gewerkschaftssprecher dringenden Handlungsbedarf. Viele Gesundheitszentren benötigen eine Renovierung, da die räumlichen Kapazitäten nicht ausreichen. Zudem soll die tägliche Patientenzahl pro Hausarzt auf maximal 30 und für Kinderärzte auf 25 begrenzt werden. Die Gesamtzahl der Patienten pro Arzt soll 1.200 nicht überschreiten. Für Patienten über 80 Jahre, die oft komplexere medizinische Betreuung benötigen, wird eine neue Betreuungskategorie vorgeschlagen, um den Ärzten mehr Zeit für diese Fälle zu ermöglichen.

Für Einwohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet das, dass es in den kommenden Tagen und Wochen zu Einschränkungen in der medizinischen Versorgung kommen kann. Die laufenden Verhandlungen und der mögliche Streik betreffen vor allem den öffentlichen Gesundheitsdienst. Reisende sollten sich auf mögliche Verzögerungen oder reduzierte Angebote einstellen. Für Menschen, die dauerhaft auf den Kanaren leben, ist die Entwicklung wichtig, da die Verbesserungen langfristig die Arbeitsbedingungen der Ärzte stärken und damit auch die Qualität der Gesundheitsversorgung erhöhen könnten.

Quelle: eldiario.es
Zum Original

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Deutschsprachige Kleinanzeigen für alle Kanaren-Inseln: Immobilien, Jobs, Fahrzeuge, Dienstleistungen und mehr – jetzt Angebote entdecken oder kostenlos inserieren.

→ Anzeigen entdecken