Kanaren: Sozialdemokrat kritisiert Regierung wegen Blockade bei Mietpreisbremse – Wohnen (Mietpreise Steigen)

Kanaren: Sozialdemokrat kritisiert Regierung wegen Blockade bei Mietpreisbremse

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

10 Juni, 2026

Auf den Kanarischen Inseln spitzt sich die Debatte um bezahlbaren Wohnraum weiter zu. Sebastián Franquis, Sprecher der Sozialdemokratischen Fraktion, hat die regionale Regierung aus Coalición Canaria (CC) und Partido Popular (PP) scharf kritisiert. Er wirft ihr vor, private Interessen über das Grundrecht auf Wohnen zu stellen und fordert Präsident Fernando Clavijo auf, endlich die gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen gegen die steigenden Mieten zu ergreifen.

Im Parlament wies Franquis darauf hin, dass trotz der offiziellen Anerkennung der Wohnungsnot keine Schritte unternommen werden, um sogenannte „Zonen mit angespanntem Wohnungsmarkt“ (Zonas de Mercado Residencial Tensionado) zu deklarieren. Diese Zonen ermöglichen es, Mietpreissteigerungen zu regulieren und so den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum für viele Kanarier zu sichern. Die Weigerung des Präsidenten, beispielsweise für Las Palmas de Gran Canaria eine solche Zone festzulegen, hält Franquis für wirkungslos und kontraproduktiv.

Die soziale Lage auf den Inseln verschlechtert sich weiter. Besonders junge Menschen finden kaum eine Möglichkeit zur Eigenständigkeit, da die Mietpreise in Städten wie Las Palmas, Granadilla de Abona auf Teneriffa oder Villa de Mazo auf La Palma stetig steigen. Familien müssen immer größere Teile ihres Einkommens für Miete ausgeben, und auch Arbeitnehmer in wichtigen Bereichen finden keine Wohnungen in der Nähe ihrer Arbeitsplätze. Franquis spricht von einer „wachsenden sozialen Verzweiflung“, die viele Menschen aus dem Wohnungsmarkt verdrängt.

Neben der Ausweisung von Zonen mit angespanntem Wohnungsmarkt fordert der Sozialdemokrat auch die Einführung eines Registers für Großvermieter. Nach aktuellen Zahlen befinden sich rund 14 Prozent der Wohnimmobilien auf den Kanaren im Besitz weniger großer Eigentümer – das sind mehr als 104.000 Wohnungen. Diese Konzentration übersteigt damit den Wert anderer spanischer Regionen deutlich. Ein solches Register würde Transparenz schaffen und helfen, die Marktentwicklung besser zu steuern.

Franquis kritisiert zudem, dass die Regierungsparteien im Parlament gegen eine von der PSOE vorgeschlagene Steuerreform gestimmt haben. Diese sollte eine klare Unterscheidung bei der Besteuerung von Erstwohnungen und von Immobiliengesellschaften schaffen, die ganze Gebäude für Ferienvermietungen aufkaufen. Die Ablehnung dieser Reform steht laut Franquis im Widerspruch zum erklärten Ziel, den Wohnungsmarkt für Einheimische zu entlasten.

Der Sozialdemokrat betont, dass es auf den Kanaren nicht an Instrumenten, Studien oder Diagnosen mangele. Vielmehr fehle es an politischem Willen, um die bestehenden Gesetze konsequent umzusetzen und das Recht auf bezahlbaren Wohnraum gegenüber wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Franquis fordert von Präsident Clavijo, den Blockadekurs zu beenden und den Schutz der Allgemeinheit über den Profit weniger zu stellen.

Für die Bewohner und zukünftigen Einwohner der Kanarischen Inseln hat diese Debatte unmittelbare Auswirkungen. Urlauber könnten in einigen Regionen künftig mit steigenden Preisen für Unterkünfte rechnen, während Menschen, die auf den Inseln leben oder dorthin auswandern wollen, vor der Herausforderung stehen, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die politische Entscheidung, ob und wann Zonen mit angespanntem Wohnungsmarkt ausgewiesen werden, könnte das Kräfteverhältnis auf dem Immobilienmarkt entscheidend beeinflussen und damit das Leben vieler Kanaren nachhaltig prägen.

Quelle: eldiario.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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