Rekordzahl an Hilferufen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt auf den Kanaren im Juli – Behörden (Policia Local)

Rekordzahl an Hilferufen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt auf den Kanaren im Juli

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

13 August, 2026

Die Kanarischen Inseln verzeichnen einen alarmierenden Anstieg bei Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt. Im Juli 2023 wurden 1.932 Anrufe bei der Hotline gegen Gewalt an Frauen registriert – so viele wie nie zuvor in einem einzelnen Monat seit dem Start des Dienstes 1999. Davon wurden 61 Prozent als Notfälle eingestuft, was unmittelbare Gefahr für die betroffenen Frauen bedeutete und den Einsatz von Polizei und Gesundheitsdiensten erforderlich machte. Die Zahl der Anrufe stieg damit um zehn Prozent im Vergleich zum Juli des Vorjahres.

Das Institut für Gleichstellung der Kanaren unterstrich die Dringlichkeit, dass die Gemeinschaft geschlossen gegen diese Gewalt vorgeht. Es wird empfohlen, bei Verdacht auf Missbrauch unverzüglich die Notrufnummer 112 zu wählen, um schnelle Hilfe zu gewährleisten. Die hohe Anzahl der Meldungen im Juli zeigt, dass gerade in der Urlaubszeit das Risiko für Frauen und Kinder, die mit Tätern zusammenleben, deutlich steigt.

Insgesamt wurden im laufenden Jahr bisher 11.625 Fälle gemeldet, was einem Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2022 entspricht. Im Juli allein wurden 224 Notfalleinsätze für betroffene Frauen aktiviert, 42 Frauen und 28 Kinder fanden Zuflucht in Schutzunterkünften. Die Polizei reagierte 1.127 Mal, während 84 Mal medizinische Interventionen notwendig waren.

Die Täter waren überwiegend aktuelle Partner (921 Fälle) oder Ex-Partner (471 Fälle). Weitere Angriffe wurden von Kindern, Fremden, Freunden sowie Eltern oder Geschwistern gemeldet. Fast fünf Prozent der Übergriffe hatten einen sexuellen Hintergrund, was zu 47 Aktivierungen von rund um die Uhr erreichbaren Krisenzentren führte. Körperliche Gewalt ohne sexuelle Übergriffe machte 41 Prozent der Fälle aus, während 43 Prozent der Angriffe in Form von psychischer oder anderer nicht-körperlicher Gewalt erfolgten.

Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg bei den Minderjährigen als Opfer: Im Juli gingen 32 Meldungen ein, was einem Zuwachs von 28 Prozent im Vergleich zum Vormonat entspricht. Die Altersverteilung der betroffenen Frauen zeigt, dass die meisten Anrufe von den Altersgruppen 18 bis 35 Jahre (372 Meldungen) und 36 bis 55 Jahre (410 Meldungen) stammen, gefolgt von den Gruppen 56 bis 75 Jahre und 76 bis 97 Jahre.

Die Anrufe kommen zu 41 Prozent direkt von den Betroffenen selbst. Weitere Meldungen stammen zu einem Viertel von zufälligen Zeugen, 17 Prozent von Institutionen und fünf Prozent von Angehörigen. Die Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, die Schutz- und Hilfsangebote weiter auszubauen und das Bewusstsein für die Problematik auf den Kanaren zu stärken, besonders in den Sommermonaten, in denen die Fälle offenbar zunehmen.

Quelle: tenerifeweekly.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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