Santa Úrsula auf Teneriffa: Vom guanchischen Erbe bis zum Hollywood-Drehort auf Teneriffa (Santa Ursula)

Santa Úrsula auf Teneriffa: Vom guanchischen Erbe bis zum Hollywood-Drehort

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

10 Juni, 2026

Santa Úrsula, ein kleines Küstenstädtchen im Norden Teneriffas zwischen La Orotava und La Victoria de Acentejo, besitzt eine überraschend reiche Geschichte und vielfältige Landschaften auf nur 22,59 Quadratkilometern. Mit rund 15.000 Einwohnern verbindet der Ort das ruhige Leben einer Wohnsiedlung mit einer starken landwirtschaftlichen Tradition und beeindruckenden Panoramen auf das Atlantikmeer, das Tal von La Orotava und den Teide.

Die historische Bedeutung von Santa Úrsula reicht weit zurück in die Zeit der Ureinwohner, der Guanchen. Hier lebte einst der Mencey Bencomo, eine zentrale Figur im guanchischen Widerstand gegen die spanische Eroberung. Archäologische Funde in Gebieten wie La Quinta Roja, Barranco de La Cruz oder dem Kliff von Acentejo belegen, dass dieser Landstrich ein bedeutendes Siedlungsgebiet war. Besonders die Cueva de Bencomo, eine Höhle, die 1986 zum Kulturdenkmal erklärt wurde, gilt als Schlüssel zur Erforschung der prähispanischen Besiedlung im Norden Teneriffas. Die Höhle wird traditionell als Wohnstätte des Menceys von Taoro angesehen und symbolisiert die tiefe Verankerung des Ortes in der guanchischen Geschichte.

Die Namensgebung des Ortes verweist auf seine religiöse Vergangenheit: Die Kirche Santa Úrsula, gewidmet der heiligen Ursula und ihren elftausend Jungfrauen, prägt nicht nur den Ortsnamen, sondern ist auch ein bedeutendes kulturelles Wahrzeichen. Neben der Kirche schützen die Behörden weitere historische Bauwerke als Kulturgüter. Dazu gehören die Casa del Capitán und die Casa de La Portuguesa, letztere auch bekannt als Casa Verde. Dieses Gebäude ist ein seltenes Beispiel für britische Kolonialarchitektur auf Teneriffa und erinnert an den Einfluss britischer Siedler und Architekturstile, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in der Region Fuß fassten.

Ein besonders beliebter Aussichtspunkt ist La Quinta. Von dort eröffnet sich ein beeindruckender Blick auf die zerklüftete Küste von Acentejo mit ihren Barrancos (Schluchten) und dem endlosen Atlantik. Das Panorama zeigt nicht nur die landschaftliche Schönheit, sondern auch die landwirtschaftliche Vergangenheit des Ortes mit den ehemaligen Kulturlandschaften, die sich zwischen Steilhängen und Küste erstrecken. Santa Úrsula gliedert sich in mehrere Stadtteile wie La Corujera, La Vera, El Farrobillo oder Tamaide, die jeweils eigene Charakteristika besitzen, aber durch eine gemeinsame Identität verbunden sind.

Ein außergewöhnliches Kapitel der jüngeren Geschichte schrieb Santa Úrsula im November 2018. Die Urbanisation Vista Paraíso wurde zum Schauplatz für Dreharbeiten des Hollywood-Blockbusters „Rambo V: Last Blood“ mit Sylvester Stallone. Die Villa Circense in der Calle del mismo nombre diente als Kulisse für Szenen der Actionfilmreihe. Für die Dreharbeiten mobilisierte die Filmcrew etwa 200 Mitarbeiter, rund 1.000 Statisten und mehrere Lastwagen, was den ansonsten ruhigen Ort für einen Tag in einen internationalen Filmset verwandelte. Diese Episode verleiht Santa Úrsula eine besondere Verbindung zur Filmgeschichte und hebt den Ort aus der Reihe der beschaulichen Gemeinden im Norden Teneriffas hervor.

Heute ist Santa Úrsula vor allem ein Wohnort mit einer wachsenden Bevölkerung, der seine ländliche Herkunft und Traditionen bewahrt. Die landwirtschaftlichen Flächen und historischen Wege erinnern an die Zeit, als die Gemeinde eng mit dem Ackerbau verbunden war. Für Bewohner, Urlauber und potenzielle Auswanderer bietet Santa Úrsula eine Kombination aus natürlicher Schönheit, kulturellem Erbe und moderner Infrastruktur. Die Lage als „Balkon“ über dem Atlantik macht den Ort zu einem attraktiven Ziel für alle, die das authentische Teneriffa jenseits der großen Touristenzentren erleben wollen.

Insgesamt zeigt Santa Úrsula, wie ein kleiner Ort auf Teneriffa durch seine Geschichte, seine Landschaften und sogar durch einen Hollywood-Film eine besondere Stellung einnimmt. Wer die Insel besucht oder hier lebt, findet hier einen Ort voller Geschichten, der weit mehr zu bieten hat als nur eine malerische Kulisse.

Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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