Die Stromrechnungen der Haushalte auf den Kanarischen Inseln erhöhen sich im August spürbar. Für Verbraucher, die den regulierten Tarif PVPC nutzen, bedeutet dies eine Steigerung der Kosten um mehr als 22 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025. Im Durchschnitt lag die geschätzte Stromrechnung bis zum 21. August bei 61,33 Euro, während sie im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt noch bei 50 Euro lag. Die Differenz von über 11 Euro verdeutlicht die finanzielle Belastung, die vor allem durch zwei Hauptfaktoren verursacht wird: die hohe Nachfrage während der heißen Tage und der gestiegene Gaspreis.
Die sommerlichen Temperaturen führen zu einem erhöhten Einsatz von Klimaanlagen und Kühlgeräten, was den Stromverbrauch deutlich ansteigen lässt. Während der Tagesstunden mit intensiver Sonneneinstrahlung können die Preise am Großhandelsmarkt durch die Fotovoltaikproduktion sogar sinken oder negativ werden. Sobald jedoch die Sonne untergeht und die Solarenergie nicht mehr zur Verfügung steht, steigt die Nachfrage weiter an. In dieser Phase gewinnen Gaskraftwerke, sogenannte Kombikraftwerke, an Bedeutung. Da der Preis für das Gas, das diese Anlagen benötigen, im August zeitweise über 65 Euro pro Megawattstunde lag, wirkt sich dies direkt auf die Strompreise aus.
Die Entwicklung des Großhandelsmarktes spiegelt diese Belastungen wider: In den ersten 23 Tagen des Monats lag der durchschnittliche Tagespreis für Strom über 124 Euro pro Megawattstunde. Diese Werte zählen zu den höchsten der letzten Jahre. Die Preisschwankungen sind dabei stark tageszeitabhängig: Während die Mittagsstunden mit hoher Solarstromproduktion günstigere Preise bringen, steigen sie nachts deutlich an, wenn auf teurere Technologien zurückgegriffen werden muss.
Die Berechnung der Stromkosten für einen durchschnittlichen Haushalt mit einer Leistung von 4,4 Kilowatt und einem Jahresverbrauch von 3.900 Kilowattstunden zeigt, dass neben dem variablen Strompreis von etwa 39,63 Euro auch feste Kosten, Steuern und der Mehrwertsteuersatz von 21 Prozent eine Rolle spielen. Letzterer wurde seit Juni 2026 wieder auf das reguläre Niveau angehoben, was die Gesamtrechnung zusätzlich verteuert hat. Gegenüber Juli stieg die Stromrechnung bereits um rund 8 Prozent, was etwa 4,60 Euro mehr entspricht.
Diese Preisentwicklung betrifft vor allem Haushalte, die den regulierten Tarif PVPC nutzen. Seit 2024 fließen bei diesem Tarif neben den Tagesmarktpreisen zunehmend auch Preise von Terminmärkten ein, um die Schwankungen zu reduzieren. Im Jahr 2026 machen diese Terminmarktpreise bereits 55 Prozent aus, sodass die tägliche Entwicklung des Großhandelsmarktes weniger Einfluss hat als zuvor.
Für die Kanarischen Inseln bedeutet dies, dass Verbraucher sich auf weiterhin hohe Stromkosten einstellen müssen, insbesondere während der Sommermonate mit hohen Temperaturen und entsprechend gesteigertem Energiebedarf. Die Entwicklung der Gaspreise und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bleiben entscheidende Faktoren für die Preisgestaltung. Verbraucher sollten daher ihre Stromnutzung und mögliche Einsparpotenziale im Blick behalten. Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich die Preise weiter entwickeln und ob die Einbindung von Terminmarktpreisen zu einer Stabilisierung beitragen kann.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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