Der Militärputsch am 18. Juli 1936 beendete abrupt die demokratische Phase der Zweiten Republik auf den Kanarischen Inseln. Die gewählten Abgeordneten des Frente Popular, die erst wenige Monate zuvor bei den Wahlen im Februar 1936 ins Parlament gewählt worden waren, wurden systematisch verfolgt, inhaftiert oder getötet. Dieses Ereignis markiert einen tiefen Einschnitt in die politische Geschichte der Kanaren und leitete eine vier Jahrzehnte andauernde Phase autoritärer Herrschaft ein.
Bei den Wahlen im Februar 1936 hatten die linken Parteien des Frente Popular einen deutlichen Wahlsieg errungen und somit die politische Macht auf den Inseln übernommen. In der Provinz Las Palmas wurden die Abgeordneten Bernardino Valle y Gracia, José Antonio Junco Toral, Juan Negrín López und Eduardo Suárez Morales gewählt, während in der Provinz Santa Cruz de Tenerife Luis Rodríguez Figueroa, Emiliano Díaz Castro, Florencio Sosa und Elfidio Alonso für das Frente Popular ins Parlament einzogen. Demgegenüber standen wenige konservative Vertreter, darunter Rafael Guerra del Río und José Víctor López de Vergara.
Der Putsch führte zu einer gezielten Gewaltkampagne gegen republikanische Autoritäten und linke Politiker. Eduardo Suárez Morales, ein Lehrer, Journalist und Gewerkschafter aus Las Palmas, der auch für die Gründung der Kommunistischen Partei auf den Kanaren entscheidend war, wurde wegen seiner politischen Aktivitäten besonders überwacht. Luis Rodríguez Figueroa aus Puerto de la Cruz, ein angesehener Anwalt, Journalist und Freimaurer, der sich für die Rechte der landwirtschaftlichen Arbeiter einsetzte, wurde nach dem Putsch verhaftet, nachdem er sich um seine Familie gekümmert hatte. José Miguel Pérez von La Palma, der als Lehrer und kommunistischer Organisator eine zentrale Rolle auf der Insel einnahm, wurde nach einer kurzen Phase der Republikstreue ebenfalls inhaftiert.
Die politischen Verfolgungen waren Teil einer umfassenden Repression, die nicht nur auf die Verhaftung von Politikern beschränkt war, sondern auch auf die Unterdrückung von Gewerkschaften und linken Bewegungen. Die Kanarischen Inseln erlebten eine Zeit extremer sozialer Spannungen, die bereits in den Jahren vor 1936 durch Streiks und soziale Konflikte, etwa in der Landwirtschaft, vorbereitet worden waren.
Die Verfolgung und der Tod der Abgeordneten waren ein Symbol für das gewaltsame Ende der Demokratie und führten zu einer tiefen Spaltung der Gesellschaft. Die Erinnerung an diese Ereignisse ist bis heute von großer Bedeutung für die politische Kultur der Kanaren und prägt das Verständnis von Freiheit und politischem Engagement.
Die Aufarbeitung der Geschehnisse rund um den Militärputsch und die Folgen für die demokratische Entwicklung auf den Kanaren bleibt eine wichtige Aufgabe. Die historischen Erkenntnisse bieten eine Grundlage für das Bewusstsein über die Bedeutung der Demokratie und die Gefahren politischer Gewalt, insbesondere in regionaler Perspektive.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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