Teneriffa sichert Wasserversorgung durch Änderung des Wasserrechts auf Teneriffa (Wasserbecken Teneriffa)

Teneriffa sichert Wasserversorgung durch Änderung des Wasserrechts

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

7. November 2026

Teneriffa plant neue Wasserrechte für 75 Jahre – Versorgung langfristig sichern

Teneriffa will die Wasserversorgung der Insel langfristig absichern. Eine geplante Änderung des kanarischen Wassergesetzes soll es Betreibern von Wasserstollen und Brunnen ermöglichen, neue Konzessionen mit einer Laufzeit von 75 Jahren zu erhalten. Die Reform ist Teil des Haushaltsentwurfs für 2027 und muss noch vom kanarischen Parlament verabschiedet werden.

Hintergrund ist das bevorstehende Auslaufen zahlreicher historischer Wasserentnahmerechte ab 2040. Die Inselverwaltung befürchtet, dass ohne eine gesetzliche Neuregelung notwendige Investitionen ausbleiben und wichtige Wasserquellen langfristig gefährdet werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geplante Reform: Neue Konzessionen für die Wasserentnahme mit einer Laufzeit von 75 Jahren.
  • Betroffene: Inhaber registrierter, zeitlich befristeter Wasserentnahmerechte.
  • Wichtiger Termin: Zahlreiche historische Wasserrechte laufen 2040 aus.
  • Antragstellung: Im Jahr vor Ablauf des bestehenden Rechts.
  • Keine automatische Verlängerung: Betreiber müssen eine neue Konzession beantragen und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
  • Bedeutung: Wasserstollen und Brunnen liefern nach Angaben des Cabildo rund 70 Prozent des Wassers auf Teneriffa.
  • Rechtsstatus: Die Änderung muss noch parlamentarisch verabschiedet werden.

Warum Teneriffa sein Wasserrecht ändern will

Ein erheblicher Teil der Wasserversorgung Teneriffas basiert auf unterirdischen Wasserquellen. Über sogenannte Galerías, in den Berg getriebene Wasserstollen, und Brunnen wird Grundwasser gewonnen und anschließend über Leitungen, Kanäle und Speicheranlagen verteilt.

Dieses System hat auf Teneriffa eine lange Tradition. Bereits vor rund 175 Jahren begann der Ausbau solcher Anlagen, weil die Insel kaum dauerhaft wasserführende Flüsse besitzt und die vulkanische Landschaft den Bau großer Wasserspeicher erschwert.

Nach Angaben des Inselwasserrats Consejo Insular de Aguas de Tenerife gibt es derzeit 589 aktive Wasserstollen und 180 Brunnen.

Sie versorgen unter anderem Haushalte, Gemeinden und landwirtschaftliche Betriebe mit Wasser.

Viele historische Wasserentnahmerechte sind jedoch zeitlich begrenzt. Zahlreiche dieser Rechte sollen im Jahr 2040 auslaufen.

Die damit verbundene Unsicherheit erschwert nach Darstellung des Cabildo langfristige Investitionen in die Anlagen.

Neue Konzessionen sollen 75 Jahre gelten

Mit der geplanten Gesetzesänderung sollen Inhaber bestehender, im Wasserregister eingetragener Entnahmerechte eine neue Konzession beantragen können.

Diese soll eine Laufzeit von 75 Jahren haben.

Ein Beispiel: Läuft ein bestehendes Wasserentnahmerecht 2040 aus und wird anschließend eine neue Konzession für 75 Jahre erteilt, könnte die Wassergewinnung grundsätzlich bis 2115 fortgesetzt werden.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Betreiber die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und die zuständige Behörde den Antrag genehmigt.

Eine automatische Verlängerung aller bisherigen Wasserrechte ist ausdrücklich nicht vorgesehen.

Wer kann eine neue Wasserkonzession beantragen?

Die geplante Regelung richtet sich an Inhaber zeitlich befristeter Wasserentnahmerechte, die im zuständigen Wasserregister eingetragen sind.

Dazu gehören insbesondere Betreiber und Gemeinschaften, die Wasser aus Galerías und Brunnen gewinnen.

Nach den bislang veröffentlichten Informationen soll der Antrag im Jahr vor Ablauf des jeweiligen Rechts gestellt werden.

Die neue Konzession könnte ohne öffentliche Ausschreibung vergeben werden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die bestehenden befristeten Rechte laufen dabei zunächst aus. Anschließend würde die Wasserentnahme auf Grundlage einer neuen Konzession im Rahmen des öffentlichen Wasserrechts erfolgen.

Der Consejo Insular de Aguas de Tenerife soll weiterhin die Einhaltung der zulässigen Entnahmemengen überwachen.

Warum die Reform für kleinere Wassergemeinschaften wichtig ist

Besonders kleinere und wirtschaftlich weniger rentable Wassergewinnungsanlagen könnten von der geplanten Neuregelung profitieren.

Der Betrieb von Wasserstollen und Brunnen ist mit laufenden Kosten verbunden. Dazu gehören Wartungsarbeiten, die Sicherung von Stollen, technische Modernisierungen und teilweise zusätzliche Bohrungen.

Auch Maßnahmen zur Abdichtung, Verbesserung der Belüftung oder Erneuerung technischer Einrichtungen können erhebliche Investitionen erfordern.

Wenn Betreiber nicht wissen, ob sie nach 2040 weiterhin Wasser fördern dürfen, fehlt ihnen möglicherweise die wirtschaftliche Grundlage für langfristige Investitionsentscheidungen.

Die zuständige Inselrätin für natürliche Ressourcen, Blanca Pérez, bezeichnet die Reform deshalb als wichtigen Schritt zur Sicherung des historischen Wassergewinnungssystems.

Welche Bedeutung hat das für Haushalte und Landwirtschaft?

Die geplante Änderung betrifft zunächst die Betreiber der Wassergewinnungsanlagen und nicht unmittelbar die Wasserverträge privater Haushalte.

Dennoch ist die Reform für die gesamte Insel von Bedeutung.

Nach Angaben des Cabildo stammen rund 70 Prozent des auf Teneriffa bereitgestellten Wassers aus Galerías und Brunnen.

Ein Ausfall solcher Anlagen könnte deshalb Auswirkungen auf die Versorgung von Gemeinden, landwirtschaftlichen Betrieben und weiteren Wasserabnehmern haben.

Gerade die Landwirtschaft ist auf eine zuverlässige Wasserversorgung angewiesen. Bewässerungswasser wird unter anderem für den Anbau von Bananen, Gemüse und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen benötigt.

Die Reform soll dazu beitragen, die bestehenden Anlagen betriebsfähig zu halten und Investitionen zu erleichtern.

Eine Garantie für dauerhaft ausreichende Wassermengen ist damit allerdings nicht verbunden. Die tatsächliche Verfügbarkeit hängt weiterhin von den Grundwasserreserven, der Entnahme, den klimatischen Bedingungen und dem Zustand der Infrastruktur ab.

Was passiert mit den bisherigen privaten Wasserrechten?

Ein wichtiger Bestandteil der geplanten Reform ist die rechtliche Neuordnung der Wasserentnahme.

Die neuen Konzessionen sollen kein dauerhaftes privates Eigentumsrecht am Wasser begründen.

Stattdessen sollen die bisherigen befristeten Rechte auslaufen und die weitere Wassergewinnung im Rahmen des öffentlichen Wasserrechts erfolgen.

Die zuständigen Behörden behalten damit die Kontrolle über die zulässigen Entnahmemengen und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.

Für Betreiber bedeutet dies, dass sie zwar eine langfristige Nutzungsperspektive erhalten könnten, diese jedoch an behördliche Genehmigungen und Auflagen gebunden bleibt.

Wann tritt die neue Regelung in Kraft?

Die Gesetzesänderung ist im Haushaltsentwurf der Kanarischen Inseln für 2027 vorgesehen.

Die kanarische Regierung hat die Aufnahme der Reform unterstützt. Eine endgültige gesetzliche Regelung besteht damit jedoch noch nicht.

Zunächst muss der Entwurf das parlamentarische Verfahren durchlaufen.

Erst nach der Verabschiedung und dem Inkrafttreten können die neuen gesetzlichen Möglichkeiten verbindlich genutzt werden.

Die endgültigen Voraussetzungen und Fristen ergeben sich aus dem verabschiedeten Gesetz.

Unsere Einordnung

Die geplante Reform betrifft eine der wichtigsten Grundlagen der Infrastruktur Teneriffas.

Während bei der öffentlichen Diskussion über Wasserknappheit häufig Entsalzungsanlagen, neue Speicher oder Wasserverluste in Leitungsnetzen im Mittelpunkt stehen, spielt die bestehende unterirdische Wassergewinnung weiterhin eine zentrale Rolle.

Dass viele historische Entnahmerechte ab 2040 auslaufen, schafft für die Betreiber erhebliche Unsicherheit. Eine neue Konzessionsregelung könnte Investitionen erleichtern und dazu beitragen, bestehende Anlagen zu erhalten.

Allerdings darf die rechtliche Absicherung der Wassergewinnung nicht mit einer dauerhaften Sicherung der natürlichen Wasserreserven verwechselt werden.

Langfristig wird Teneriffa weiterhin auf eine Kombination aus verantwortungsvoller Grundwassernutzung, Meerwasserentsalzung, Wiederverwendung aufbereiteten Wassers und der Modernisierung seiner Leitungsnetze angewiesen sein.

Für Haushalte ergeben sich durch die angekündigte Reform zunächst keine unmittelbar bekannten Änderungen bei Wasserpreisen oder Versorgungsverträgen.

Weitere Informationen:

Quelle: Tenerife Weekly, 7. November 2026, unter Bezugnahme auf El Día und Angaben des Cabildo de Tenerife.

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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