Ein Tennistrainer wurde vor dem Audiencia Provincial in Santa Cruz de Tenerife zu zehn Jahren und einem Tag Haft verurteilt, weil er eine minderjährige Tennisspielerin über fast ein Jahrzehnt sexuell missbraucht hat. Die Betroffene war zum Zeitpunkt des Beginns des Missbrauchs erst 11 Jahre alt, und die Taten sollen sich bis zum Jahr 2025 erstrecken, so die Anklage.
Der Mann hatte ein exklusives Vertragsverhältnis mit der jungen Spielerin, das ihm die Kontrolle über ihre sportliche Karriere einräumte. Die Beziehung zwischen Trainer und Spielerin begann mit dem Trainingsstart und intensivierte sich, als sie sich zu einer bedeutenden nationalen Tennishoffnung entwickelte. Der Missbrauch fand nicht nur im gemeinsamen Wohnhaus in Barcelona statt, sondern auch bei Turnieren, bei denen die beiden oft zusammen in einem Hotelzimmer untergebracht waren.
Die Folgen für das Opfer sind gravierend. Psychologische Gutachter bestätigten, dass die erlittenen Übergriffe zu akutem Stress führten, der letztlich den Abbruch ihrer sportlichen Laufbahn verursachte. Aktuell leidet die junge Frau unter Angstzuständen, Albträumen, Depressionen und Suizidversuchen. Eine langwierige psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung ist notwendig.
Neben der Haftstrafe muss der Täter 100.000 Euro als Entschädigung für immaterielle Schäden sowie 2.400 Euro für psychologische Therapiekosten zahlen. Zusätzlich verhängte das Gericht ein Kontakt- und Annäherungsverbot für sechs Jahre nach der Haftentlassung. Für fünf Jahre ist es ihm untersagt, Berufe auszuüben, die Kontakt zu Minderjährigen beinhalten, darunter auch das Trainieren.
Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf die Problematik des sexuellen Missbrauchs im Sport auf den Kanaren. Er unterstreicht die Bedeutung von Schutzmaßnahmen für Minderjährige in Trainings- und Betreuungssituationen. Das Urteil von Santa Cruz de Tenerife könnte als Signal für eine intensivere Überwachung und Prävention in regionalen Sportvereinen dienen. Es bleibt nun abzuwarten, welche weiteren Schritte die Sportverbände und Behörden ergreifen, um ähnliche Fälle zukünftig zu verhindern und Betroffene besser zu schützen.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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