Veteraner Winzer Norberto Guerra über Herausforderungen des Weinanbaus auf Gran Canaria – Arbeit (Weinanbau)

Veteraner Winzer Norberto Guerra über Herausforderungen des Weinanbaus auf Gran Canaria

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

17 Juni, 2026

Norberto Guerra, ein über 90-jähriger Winzer aus Gran Canaria, blickt auf eine lange Karriere im Weinanbau zurück und spricht offen über die Schwierigkeiten und Veränderungen in der Branche auf der Insel. Noch heute pflegt er seine Weinreben im Gebiet Juan Gómez de Tejeda, auch wenn er sich wegen seines Alters inzwischen auf die Pflege und den Verkauf konzentriert.

Der Weinbau hat auf Gran Canaria eine lange Tradition, die meist in den Familien gepflegt wurde, oft für den Eigenbedarf. Guerra erinnert sich, dass in seinem Elternhaus immer Wein hergestellt wurde, doch erst vor etwa 25 Jahren begann er ernsthaft mit dem Anbau und der Produktion, als die sogenannte „Weinrebenfieber“ die Insel erfasste und viele Menschen begannen, Trauben anzupflanzen.

Trotz seines hohen Alters bleibt Guerra aktiv. Er spricht mit Humor über die Gründe, warum ihm Anerkennung zuteilwurde, sieht seinen Verdienst jedoch vor allem in der langen Beharrlichkeit. Der Weinbau auf Gran Canaria ist kein lukratives Geschäft, sagt er. Es erfordert viel Engagement und eine gewisse Leidenschaft für das Handwerk, zumal die Parzellen meist klein sind und die Produktion mit hohem Aufwand verbunden ist.

Guerra beobachtet, dass die jüngere Generation weniger Interesse am Weinanbau zeigt. Viele junge Menschen verfolgen andere berufliche Wege, und die Konkurrenz durch importierte Weine aus dem Supermarkt macht es den lokalen Winzern schwer. Seine eigenen Kinder haben andere Berufe ergriffen, sodass der Weinbau für ihn eine Lebensaufgabe war, aber kein Haupterwerb.

Bis 2015 betrieb Guerra eine kleine Bodega unter dem Namen „Andén del Fraile“, benannt nach einem markanten Felsen in der Nähe von Tejeda, der von seinen Weinbergen sichtbar ist. Die Produktion war klein und konzentrierte sich auf Rotwein. Er beschreibt seine Weine als natürliche Produkte, die ohne aggressive Zusatzstoffe hergestellt wurden. Früher gab es kaum Analysen, was zu Schwankungen in der Qualität führte. Heute wird der Weinbau technisch anspruchsvoller, mit regelmäßigen Kontrollen, richtigen Erntezeitpunkten und moderneren Methoden.

Eine weitere Herausforderung sieht Guerra im fehlenden natürlichen Dünger. Früher versorgte Viehmist die Reben mit Nährstoffen, doch die Viehzucht ist auf Gran Canaria rückläufig, wodurch natürliche Düngemittel kaum noch verfügbar sind. Das beeinflusst die Qualität und den Ertrag der Weinberge.

Obwohl einige größere Bodegas auf Gran Canaria exportieren, bleibt die Weinproduktion insgesamt klein. Die geringe Menge und die hohen Produktionskosten führen dazu, dass der lokale Wein oft als teuer wahrgenommen wird. Guerra ist überzeugt, dass viele Konsumenten den Aufwand und die Kosten, die hinter jeder Flasche stecken, nicht kennen. Für ihn ist der Wein ein Kulturgut, das mit großer Sorgfalt und Tradition hergestellt wird.

Für Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bietet die Weinkultur von Gran Canaria eine authentische Erfahrung abseits der großen Touristenpfade. Der lokale Wein spiegelt die Geschichte und die Herausforderungen der Insel wider. Wer hier Wein genießt, sollte sich bewusst sein, dass er ein Produkt mit viel Handarbeit und Leidenschaft in den Händen hält – ein wichtiger Teil der kanarischen Identität, der trotz aller Widrigkeiten weiterlebt.

Quelle: laprovincia.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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