Die Fluggesellschaft Volotea hat mit der Anpassung ihres Streckennetzes begonnen, um Kosten zu senken und ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit zu stärken. Dabei fallen die Auswirkungen regional unterschiedlich aus. Aktuell gibt es vorübergehende Streckenstilllegungen in Asturien und Ancona, den Wegfall von Verbindungen im Winterflugplan auf Lanzarote sowie die Streichung von mehr als 350 Flügen ab Bilbao. Volotea betont jedoch, dass das Streckennetz nicht aufgegeben wird und an anderen Flughäfen Verbindungen erhalten oder sogar neu eingeführt werden.
In Asturien zeigt sich der deutlichste Rückgang nach Daten der autonomen Rundfunkanstalt RTPA: Die Strecke Asturien-Palma wurde am 4. Oktober eingestellt, mit Ausnahme einiger Flüge über Weihnachten. Der reguläre Flugbetrieb soll am 30. März 2027 wieder aufgenommen werden. Die Verbindung Asturien-Fuerteventura wird vom 10. Oktober bis zum 6. Februar ausgesetzt, ebenfalls mit Ausnahmen während der Weihnachtszeit. Die Strecke Asturien-Madrid endet am 2. November und soll am 8. Januar wieder starten.
Der größte Einschnitt konzentriert sich derzeit auf Bilbao. Laut El Correo, basierend auf Flughafenkreisen, wird Volotea mehr als 350 Flüge bis März auf acht Strecken streichen: Gran Canaria, Teneriffa Süd, Murcia, Neapel, Athen, Rom, Venedig und Florenz. Neapel, Rom und Venedig sind mit jeweils über 80 gestrichenen Flügen am stärksten betroffen; Teneriffa Süd verliert rund 40 Flüge, Florenz nur zwei. Volotea betont jedoch, dass keine Strecken komplett gestrichen wurden, sondern Frequenzen reduziert oder einzelne Flüge entfernt wurden. Ein Beispiel ist Venedig: Die Verbindung bleibt im Oktober und Dezember bestehen, entfällt aber im November vollständig. Für die anderen betroffenen Strecken wurden keine individuellen Starttermine für die Kürzungen veröffentlicht. Die Fluggesellschaft gibt an, dass der Anpassungsprozess abgeschlossen ist und bis Ende 2026 keine weiteren Streichungen geplant sind.
Auf Lanzarote wurden bereits vor Bekanntwerden des vorläufigen Insolvenzverfahrens vier französische Verbindungen aus dem Winterflugplan gestrichen: Brest, Bordeaux, Straßburg und Toulouse, wie La Voz de Lanzarote nach Prüfung des Angebots berichtete. Die Strecken nach Asturien, Lille, Lyon, Montpellier und Nantes bleiben erhalten. Die vier gestrichenen Verbindungen betreffen vorerst nur die Wintersaison und sind nicht als endgültige Einstellung zu verstehen.
Außerhalb Spaniens zeigt sich in Ancona eine weitere Anpassung: Der italienische öffentlich-rechtliche Sender RAI berichtete, dass Volotea im Oktober und November die Flüge von Ancona nach Barcelona, Madrid, Catania und Palermo aussetzt, mit einer Wiederaufnahme im Dezember. Die Verbindung nach Paris bleibt buchbar, und die Airline plant, am 1. Dezember eine operative Basis in Ancona zu eröffnen. Auch hier handelt es sich somit nicht um eine dauerhafte Marktaufgabe.
Trotz dieser Streichungen und Reduzierungen verfolgt Volotea weiterhin Expansionspläne. Für November sind fünf neue Strecken von A Coruña nach Bilbao, Málaga, Valencia, Sevilla und Alicante geplant, mit Startterminen zwischen dem 6. November und dem 2. Dezember. Ebenfalls vorgesehen ist die neue Verbindung Sevilla-Pamplona ab dem 6. November mit zwei wöchentlichen Flügen. Auf Menorca bestätigte eine Unternehmensvertreterin am 1. Oktober, dass die 15 Sommerstrecken bislang unverändert bleiben.
Das Streckennetz bleibt vorerst vorläufig, da die operative Anpassung parallel zur finanziellen Restrukturierung erfolgt. Wie Hosteltur berichtete, verhandelt Volotea mit der SEPI und anderen Gläubigern, hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet und plant, die Flotte von derzeit 44 Flugzeugen auf 30 bis 35 zu reduzieren. Unklar ist, wie stark sich diese Flottenreduzierung dauerhaft auf das Streckennetz auswirken wird und wie viel davon saisonale Aussetzungen, Frequenzanpassungen oder temporäre Streichungen unrentabler Flüge sind.
Quelle: hosteltur.com
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