Die spanische Wettbewerbsbehörde CNMC intensiviert die Überwachung von Influencer-Videos in sozialen Netzwerken, um nicht klar gekennzeichnete Werbung und verdeckte kommerzielle Kommunikation aufzudecken. Ein technischer Unterstützungsvertrag wurde abgeschlossen, der eine systematische Prüfung von Inhalten auf den wichtigsten digitalen Plattformen ermöglicht. Dabei konzentriert sich die Kontrolle auf besonders relevante Influencer, die hohe Einnahmen erzielen, eine große Reichweite besitzen und regelmäßig Inhalte veröffentlichen.
Die CNMC fordert, dass Werbung in Videos deutlich sichtbar und direkt im Bild erkennbar sein muss. Eine bloße Kennzeichnung in der Videobeschreibung, automatische Plattform-Tools oder vage Hinweise wie „Markenbotschafter“ reichen nicht mehr aus. Stattdessen sollen klare Begriffe wie „Werbung“ oder „Anzeige“ verwendet werden, die sofort und gut lesbar erscheinen.
Die Überwachung erstreckt sich nicht nur auf bezahlte Werbung, sondern auch auf unentgeltliche Werbegeschenke wie kostenlose Produkte, Reisen oder Kooperationen in natura. Die Behörde bewertet hierbei den Zweck der Inhalte und sieht auch ohne direkte Bezahlung eine werbliche Absicht, wenn die Marke dadurch gefördert wird. Eine automatische Sanktion bei Geschenken gibt es jedoch nicht; jede Veröffentlichung wird individuell geprüft.
Für die Kanarischen Inseln ist die Maßnahme besonders relevant, da dort die Nutzung sozialer Medien wie Instagram und TikTok über dem nationalen Durchschnitt liegt. Die strengere Kontrolle kann sich daher direkt auf das Werbeverhalten und den Verbraucherschutz in der Region auswirken.
Die aktuelle Verschärfung baut auf früheren Entscheidungen auf: Bereits im Juni 2025 hatte die CNMC verbindliche Kriterien für die Kennzeichnung von Werbung bei Influencern festgelegt. Im Juni 2026 wurden fünf bekannte spanische Influencer wegen nicht gekennzeichneter Werbung verwarnt. Damals verzichtete die CNMC auf unmittelbare Bußgelder und forderte stattdessen Nachbesserungen.
Mit dem neuen technischen Vertrag will die Behörde sicherstellen, dass die Regeln künftig konsequenter eingehalten werden. Für Influencer auf den Kanaren bedeutet das, Werbeinhalte noch transparenter zu kennzeichnen und auch unentgeltliche Kooperationen offen darzustellen. Verbraucher können so künftig besser erkennen, wann es sich um bezahlte oder unterstützte Werbeinhalte handelt.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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