Die USA haben unter Präsident Donald Trump neue Zölle von 10 bis 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Handelspartnern, darunter auch die Europäische Union und Spanien, eingeführt. Diese Maßnahmen zielen auf Produkte ab, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden, und traten unmittelbar nach der Ankündigung in Kraft. Für Spanien bedeutet dies eine zusätzliche Belastung, vor allem für exportorientierte Branchen wie Pharma, Lebensmittel und Maschinenbau.
Hintergrund der neuen Zölle ist eine Gesetzesänderung von 1974, die die Einfuhr von Waren aus Zwangsarbeit verbietet. Zuvor hatte der US Supreme Court Teile der bisherigen Notstandszölle gekippt, woraufhin die US-Regierung ihre Strategie anpasste. Die EU und Spanien sind davon direkt betroffen, da sie als Handelspartner eng mit den USA verbunden sind.
Spanische Exporte in die USA machen derzeit etwa 18,1 Milliarden Euro aus, was rund 1,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Weitere neun Milliarden Euro entfallen auf Exporte europäischer Partner. Ein zehnprozentiger Zoll verteuert diese Waren, was die Wettbewerbsfähigkeit spanischer Produkte auf dem US-Markt beeinträchtigen kann. Unternehmen stehen vor der Wahl, entweder ihre Preise zu senken und Margen zu schrumpfen oder die Mehrkosten an Kunden weiterzugeben, was Absatzverluste zur Folge haben kann.
Die Unsicherheit durch die Zollerhöhungen hemmt Investitionen und könnte Handelsströme verändern. Ein Beispiel aus der Vergangenheit zeigt, dass ein 35-prozentiger Zoll auf spanische Oliven 2018 zu einem deutlichen Rückgang der Exporte führte. Auch die Automobilzuliefererbranche leidet unter den indirekten Effekten, da eine geringere Nachfrage in Europa und den USA die Nachfrage nach Komponenten reduziert. Gleichzeitig steigt die Konkurrenz auf dem europäischen Markt, da Produzenten, die vom US-Markt verdrängt werden, andere Absatzmärkte suchen.
Wirtschaftsexperten warnen, dass sich die Lage durch steigende Ölpreise und globale Unsicherheiten weiter verschärfen könnte. Die EU hat bereits alle erforderlichen Schritte unternommen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen und erwartet eine entsprechende Reaktion der USA. Die Dauer der Zölle und mögliche Gegenmaßnahmen der EU werden entscheidend für die weitere Entwicklung sein.
Für die Kanaren, deren Wirtschaft stark auf Export und Außenhandel ausgerichtet ist, vor allem in den Bereichen Lebensmittel und Maschinenbau, sind diese Zölle eine Herausforderung. Unternehmen müssen ihre Strategien anpassen und die Risiken auf dem US-Markt genau beobachten. Die nächsten Monate werden zeigen, wie lange die Zölle bestehen bleiben und welche Handelswege sich etablieren. Eine schnelle Lösung oder Stabilisierung ist derzeit nicht absehbar.
Quelle: laprovincia.es
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