Spanien verfügt derzeit über lediglich sieben Startups, die als sogenannte „Unicorns“ gelten, also eine Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar besitzen. Im Vergleich zu den USA mit 930 und China mit 300 dieser Unternehmen zeigt sich eine deutliche Lücke im Startup-Ökosystem. Dieser Unterschied basiert auf einer Analyse der Plattform BestBrokers, die Datenbanken wie Crunchbase, TechCrunch und PitchBook auswertete.
Die sieben spanischen Unicorns sind Unternehmen aus verschiedenen Bereichen, darunter die Fahrdienstplattform Cabify, die HR-Software Factorial, die Jobplattform Job & Talent, die KI-Kompressionslösung Multiverse Computing, die Geschäftsreisemanagement-Software Perk, die Recycling-Baumwollproduzentin Recover und das Satellitennetzwerk Xoople. Diese Firmen erreichten ihre Bewertung durch Investoren, ohne an die Börse gegangen zu sein.
Die Analyse verdeutlicht, dass Spanien im internationalen Vergleich hinter zahlreichen Ländern liegt, die teilweise kleinere Volkswirtschaften sind. So haben die Niederlande, die Schweiz, Schweden und Irland mehr Unicorns als Spanien. Andererseits rangiert Spanien vor Ländern wie Finnland, Belgien, Norwegen, Italien und Portugal.
Die Gründe für den Abstand zu den USA und China liegen laut der Studie vor allem im unterschiedlichen Finanzierungsumfeld und Marktbedingungen. Die USA profitieren von einem stark ausgeprägten Risikokapitalmarkt, führenden Universitäten mit weltweit anerkannten Forschungsprogrammen und Innovationszentren wie dem Silicon Valley, die kontinuierlich wachstumsstarke Startups hervorbringen. China profitiert von einem großen Binnenmarkt und einem starken Technologiesektor. Indien hat durch eine schnelle Digitalisierung und eine riesige Konsumentenbasis ebenfalls an Bedeutung gewonnen.
In Spanien gibt es zwar aufstrebende Gründer, Investoren und immer besser entwickelte Hubs, doch es fehlen große Risikokapitalfonds, die Finanzierungsrunden im dreistelligen Millionenbereich stemmen können. Wenn Startups solche Summen benötigen, greifen oft ausländische Investoren ein, was teilweise zum Wegzug der Unternehmen führt. Zudem besteht ein Mangel an spezialisiertem Technologietalent, insbesondere im Bereich Machine Learning, Cybersicherheit und komplexer Softwareentwicklung. Die meisten Startup-Aktivitäten konzentrieren sich zudem auf Madrid und Barcelona.
Im laufenden Jahr 2026 konnten zwei spanische Startups, Multiverse Computing und Xoople, durch Finanzierungsrunden von 500 beziehungsweise 115 Millionen Euro ihren Unicorn-Status erreichen und damit Spanien in der Rangliste der Länder mit den meisten Neugründungen dieser Art platzieren.
Weltweit dominieren weiterhin Unternehmen aus den USA und China das Unicorn-Ranking. Die wertvollsten Unicorns sind Firmen wie Anthropic, OpenAI mit ChatGPT, ByteDance (TikTok) und Stripe. Die meisten neuen Unicorns entstehen derzeit in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Robotik, Medizintechnik sowie Fintech. Auch der Verteidigungssektor trägt mit einer Reihe von Technologieunternehmen zum Wachstum bei.
Für Spanien bedeutet dies, dass trotz wachsender Gründeraktivitäten und steigender Investitionen weiterhin große Herausforderungen bestehen, um mit den führenden Startup-Nationen mitzuhalten. Die Verfügbarkeit von Risikokapital in größeren Summen und die Ausbildung von spezialisiertem Fachpersonal sind entscheidende Faktoren, um mehr Unternehmen mit Milliardenbewertung hervorzubringen. Die weitere Entwicklung wird zeigen, inwieweit Spanien diese Lücken schließen kann, um im internationalen Wettbewerb stärker aufzuschließen.
Quelle: laprovincia.es
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