Geschäftsinhaber von Playa Jardín kämpft mit finanziellen Verlusten auf Teneriffa (Puerto Cruz Playa Jardin)

Geschäftsinhaber von Playa Jardín kämpft mit finanziellen Verlusten

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

13. Oktober 2026

Playa Jardín: Kioskbetreiber droht wegen wiederholter Badeverbote die Schließung

Puerto de la Cruz, 13. Oktober 2026. Die wiederholten Badeverbote an der Playa Jardín im Norden Teneriffas setzen auch die örtlichen Gastronomiebetriebe unter Druck. Pedro Cuadrado, Betreiber eines Kiosks mit Chill-out-Bereich in Punta Brava, erwägt, sein Geschäft im Januar 2027 zu schließen. Nach eigenen Angaben haben die Einschränkungen zu erheblichen finanziellen Verlusten geführt. Die Zahl seiner Beschäftigten hat sich seit der Eröffnung halbiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ort: Playa Jardín im Stadtteil Punta Brava, Puerto de la Cruz.
  • Längste Schließung: Juli 2024 bis Juni 2025.
  • Weitere Einschränkungen: Vier zeitweilige Badeverbote im Jahr 2026.
  • Beschäftigte: Rückgang von 28 auf 14 Mitarbeiter.
  • Wirtschaftliche Folgen: Der Betreiber spricht von Verlusten in Höhe von 50 Prozent.
  • Mögliche Geschäftsaufgabe: Januar 2027, falls sich die Situation nicht verbessert.
  • Badezustand: Nach erneuter Sperrung am 7. Oktober wurde Playa Grande Centro am 9. Oktober wieder freigegeben. Weitere Kontrollen laufen.

Fast ein Jahr Badeverbot belastete den Kiosk

Pedro Cuadrado übernahm den Kiosk an der Playa Jardín im Jahr 2022. Zuvor hatte das Geschäft mehrere Jahre leer gestanden. Er investierte in die Modernisierung und ergänzte das gastronomische Angebot um einen Chill-out-Bereich.

Die wirtschaftliche Entwicklung wurde jedoch durch die anhaltenden Probleme mit der Wasserqualität erheblich beeinträchtigt.

Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 blieb die betroffene Badezone rund elf Monate für Schwimmer gesperrt. Im laufenden Jahr 2026 kamen nach Angaben des Betreibers vier weitere vorübergehende Schließungen hinzu.

Cuadrado erklärt, dass sein Geschäft stark von den Strandbesuchern abhängig sei. Wenn das Baden verboten werde, kämen deutlich weniger Menschen in den Bereich Punta Brava.

Auch nach einer Wiederöffnung blieben Gäste teilweise aus, weil sie weiterhin eine Verunreinigung des Wassers befürchteten.

Von 28 auf 14 Mitarbeiter reduziert

Bei der Übernahme beschäftigte Cuadrado nach eigenen Angaben 28 Mitarbeiter. Bereits 2024 musste er die Belegschaft halbieren.

Derzeit arbeiten noch 14 Menschen in dem Betrieb.

Für die Jahre 2024 und 2025 berichtet der Unternehmer von erheblichen finanziellen Verlusten. Er beziffert diese auf 50 Prozent, ohne dass im veröffentlichten Bericht eine detaillierte betriebswirtschaftliche Aufstellung genannt wird.

Trotz zusätzlicher Veranstaltungen, Hochzeiten und Firmenfeiern reichen die Einnahmen nach seiner Darstellung nicht aus, um die laufenden Kosten dauerhaft zu decken.

Sollte sich die Lage nicht verbessern, hält er eine Schließung im Januar 2027 für möglich.

Eine endgültige Entscheidung ist bislang nicht bekannt.

Welche Bereiche der Playa Jardín waren zuletzt gesperrt?

Die Playa Jardín besteht aus mehreren Strandabschnitten. Badeverbote können deshalb einzelne Bereiche betreffen, ohne dass zwangsläufig der gesamte Strandkomplex gesperrt ist.

Im September und Oktober 2026 kam es erneut zu mehreren Einschränkungen:

  • 3. September: Vorübergehende Sperrung von Playa Grande und El Charcón nach ungünstigen Wasseranalysen.
  • 4. September: Wiederöffnung nach positiven Ergebnissen der Gesundheitsbehörde.
  • 30. September: Erneutes Badeverbot nach auffälligen mikrobiologischen Messwerten.
  • 1. Oktober: Wiederöffnung der betroffenen Zone.
  • 7. Oktober: Erneute vorsorgliche Sperrung von Playa Grande Centro.
  • 9. Oktober: Wiederfreigabe dieses Strandabschnitts nach günstigen Analyseergebnissen.

Die Angaben zur Wiederöffnung am 9. Oktober beziehen sich ausdrücklich auf Playa Grande Centro.

Da sich die Situation durch neue Wasserproben ändern kann, sollten Badegäste die aktuelle Beschilderung und die Hinweise der Rettungsschwimmer beachten.

Warum kommt es immer wieder zu Badeverboten?

Grund für die vorübergehenden Sperrungen sind auffällige Ergebnisse bei der mikrobiologischen Untersuchung des Meerwassers.

Bei solchen Kontrollen werden unter anderem Bakterien wie Escherichia coli und intestinale Enterokokken untersucht. Erhöhte Werte können auf fäkale Verunreinigungen hinweisen und ein Gesundheitsrisiko für Badegäste darstellen.

Die kanarische Gesundheitsbehörde kann bei ungünstigen Ergebnissen ein vorsorgliches Badeverbot verlangen.

Zwischen dem Rathaus von Puerto de la Cruz und der Gesundheitsbehörde gab es zuletzt unterschiedliche Analyseergebnisse. Während einzelne amtliche Proben auffällige Werte zeigten, meldeten vom Rathaus beauftragte Untersuchungen teilweise eine für das Baden geeignete Wasserqualität.

Für den 13. Oktober wurden deshalb gemeinsame Wasserproben angekündigt, um die Ergebnisse besser vergleichen und die weitere Vorgehensweise abstimmen zu können.

Ob weitere Sperrungen erforderlich werden, hängt von den Ergebnissen der zuständigen Gesundheitsbehörde ab.

Betreiber fordert mehr Unterstützung für Punta Brava

Cuadrado kritisiert, dass sich nach seiner Darstellung bislang kein Verantwortlicher des Rathauses direkt mit ihm in Verbindung gesetzt habe.

Dabei verfügt er über eine auf 16 Jahre angelegte Konzession für den Betrieb des Kiosks.

Er betont allerdings, dass die Probleme mit der Wasserqualität bereits seit vielen Jahren bestehen und nicht allein der aktuellen Stadtregierung anzulasten seien.

Der Unternehmer möchte rechtlich prüfen lassen, welche Möglichkeiten ihm angesichts der wirtschaftlichen Situation und der langfristigen Konzession offenstehen.

Außerdem fordert er zusätzliche Veranstaltungen und Aktivitäten in Punta Brava. Diese könnten nach seiner Einschätzung helfen, Besucher unabhängig vom Badebetrieb in den Stadtteil zu bringen und damit die örtliche Gastronomie zu unterstützen.

Eine Stellungnahme des Rathauses zu den konkreten Forderungen des Kioskbetreibers liegt in dem zugrunde liegenden Bericht nicht vor.

Welche Alternativen gibt es für Badegäste?

Wer wegen eines Badeverbots nicht an der Playa Jardín schwimmen kann, findet im Raum Puerto de la Cruz weitere Möglichkeiten.

Playa de San Telmo: Der kleinere Strand liegt direkt am gleichnamigen Küstenweg im Stadtzentrum. Bei ruhiger See kann er eine Alternative sein.

Playa de Martiánez: Der Strand befindet sich östlich des Zentrums. Wegen des teilweise starken Wellengangs eignet er sich nicht bei jeder Wetterlage zum Schwimmen.

Lago Martiánez: Die Meerwasserschwimmbäder bieten eine Alternative zum Baden im offenen Atlantik. Der Eintritt ist kostenpflichtig.

Playa del Bollullo: Der Naturstrand im benachbarten Gemeindegebiet La Orotava ist für seinen schwarzen Sand bekannt. Allerdings sind der Zugang eingeschränkt und der Wellengang häufig stark.

Auch an diesen Orten müssen Badegäste die aktuellen Sicherheits- und Wasserqualitätshinweise beachten. Eine Alternative ist nicht automatisch jederzeit zum Baden freigegeben.

Wo gibt es offizielle Informationen zur Wasserqualität?

Maßgeblich für Badeverbote und Wiederöffnungen sind die Entscheidungen der zuständigen Gesundheitsbehörden sowie die Mitteilungen des Rathauses.

Aktuelle Hinweise veröffentlicht die Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite:

Stadtverwaltung Puerto de la Cruz

Informationen zu den offiziellen Wasserqualitätskontrollen stellt außerdem der kanarische Gesundheitsdienst bereit.

Ergänzend dokumentiert das Informationsportal MiCharco frühere Sperrungen und Freigaben anhand veröffentlichter Daten. Es ersetzt jedoch keine aktuellen behördlichen Hinweise.

Unsere Einordnung: Die Folgen reichen über den Strand hinaus

Die wiederholten Badeverbote an der Playa Jardín sind längst nicht mehr nur ein Problem für Badegäste. Sie betreffen auch Unternehmen, deren wirtschaftliche Existenz vom Strandtourismus abhängt.

Der Fall des Kioskbetreibers zeigt, dass selbst eine Wiederöffnung nicht automatisch zur Rückkehr der früheren Besucherzahlen führt. Wer einen Strand über längere Zeit mit Wasserproblemen verbindet, weicht möglicherweise auch dann auf andere Orte aus, wenn das Baden wieder erlaubt ist.

Für Puerto de la Cruz ist deshalb nicht allein entscheidend, einzelne Badeverbote möglichst schnell aufzuheben. Ebenso wichtig sind dauerhaft verlässliche Wasserqualität, transparente Kontrollergebnisse und eine nachvollziehbare Information der Öffentlichkeit.

Die Forderung nach zusätzlichen Veranstaltungen in Punta Brava kann kurzfristig helfen, Besucher anzuziehen. Sie ersetzt aber keine dauerhafte Lösung der Wasserprobleme.

Quellen:

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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