Ergebnisse des AirCanLab zur Luftqualität auf den Kanaren vorgestellt – Wetter (Mildes Klima)

Ergebnisse des AirCanLab zur Luftqualität auf den Kanaren vorgestellt

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

16. Oktober 2026

Luftqualität auf den Kanaren: Studie misst extreme Saharastaub-Belastung auf Teneriffa und La Gomera

Das kanarische Luftqualitätslabor AirCanLab hat die Ergebnisse seiner Untersuchungen aus den Jahren 2024 bis 2026 vorgestellt. Demnach stammen die höchsten Feinstaubbelastungen auf den Kanarischen Inseln überwiegend aus natürlichen Quellen, insbesondere aus Saharastaub. Während eines Calima-Ereignisses am 31. März 2026 wurden im Süden Teneriffas und auf La Gomera PM10-Konzentrationen von bis zu 996 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen.

Die Forscher betonen, dass die natürliche Herkunft des Staubs seine gesundheitlichen Risiken nicht verringert. Die Ergebnisse sollen helfen, Luftverschmutzung künftig genauer zuzuordnen und die Bevölkerung besser zu informieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Untersuchungszeitraum: 2024 bis 2026, durchgeführt vom kanarischen Luftqualitätslabor AirCanLab.
  • Höchster Messwert: 996 µg/m³ PM10 am 31. März 2026 im Süden Teneriffas und auf La Gomera.
  • Normale Passatbedingungen: Typische PM10-Tagesmittelwerte zwischen 15 und 25 µg/m³.
  • Herkunft bei Passatwind: Rund 70 Prozent Meersalz, 20 Prozent lokale Fahrzeugemissionen und 10 Prozent grenzüberschreitende Verschmutzung.
  • Calima: Saharastaub verursacht die stärksten Belastungsspitzen.
  • Gesundheit: Besonders Menschen mit Atemwegs- und Herzerkrankungen sollten bei hoher Belastung vorsichtig sein.
  • EU-Grenzwerte: Nach Herausrechnung bestimmter natürlicher Beiträge stellte AirCanLab keine Überschreitungen durch lokale oder grenzüberschreitende Emissionen fest.
  • Weitere Forschung: Ein neues vierjähriges Abkommen mit einem Budget von drei Millionen Euro ist vorgesehen.

Wo wurden die höchsten Feinstaubwerte gemessen?

Die Untersuchungen des AirCanLab umfassen Messungen aus verschiedenen Teilen des kanarischen Archipels.

Besonders auffällig war ein Calima-Ereignis am 31. März 2026. Im Süden Teneriffas und auf La Gomera wurden dabei PM10-Konzentrationen von bis zu 996 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft registriert.

Zum Vergleich: Während besonders ausgeprägter Calima-Ereignisse zwischen 2020 und 2023 wurden auf den Kanaren sogar Werte von bis zu 1.800 µg/m³ festgestellt.

Der aktuelle Untersuchungsbericht beschreibt damit historische Belastungsspitzen. Er bedeutet nicht, dass am Tag der Veröffentlichung eine vergleichbare Calima herrscht.

Auch lässt sich aus den veröffentlichten Angaben nicht ableiten, dass bestimmte Gemeinden dauerhaft stärker belastet sind als andere.

Wie stark eine einzelne Insel oder Region betroffen ist, hängt vom jeweiligen Staubereignis, der Windrichtung, der Höhenlage und den Wetterbedingungen ab.

Woher stammt der Feinstaub auf den Kanaren?

Die Wissenschaftler unterscheiden vier wesentliche Quellen der PM10-Belastung:

  1. Meersalzpartikel aus der Brandung und dem Atlantik.
  2. Lokale Emissionen, insbesondere durch den Straßenverkehr.
  3. Saharastaub, der bei Calima aus Nordafrika herangeführt wird.
  4. Grenzüberschreitende Luftverschmutzung aus anderen Regionen.

Unter normalen Passatbedingungen liegen die PM10-Tagesmittelwerte nach den Untersuchungen meist zwischen 15 und 25 µg/m³.

Dabei entfallen ungefähr 70 Prozent der Partikelmasse auf Meersalz, 20 Prozent auf lokale Fahrzeugemissionen und 10 Prozent auf grenzüberschreitende Verschmutzung.

Diese Verteilung gilt ausdrücklich für die untersuchten Passatbedingungen. Sie beschreibt nicht die Zusammensetzung der Luft während einer starken Calima.

Bei Saharastaubereignissen kann der Anteil mineralischer Staubpartikel erheblich ansteigen und die Gesamtbelastung dominieren.

Was bedeutet PM10?

PM10 bezeichnet Schwebstaubpartikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von höchstens zehn Mikrometern.

Diese Partikel sind so klein, dass sie eingeatmet werden können.

Größere PM10-Partikel lagern sich vor allem in den oberen Atemwegen ab. Kleinere Partikel können tiefer in die Lunge gelangen.

Neben der Konzentration spielt auch die chemische Zusammensetzung eine Rolle.

Deshalb untersucht AirCanLab nicht nur, wie viel Feinstaub sich in der Luft befindet, sondern auch, woher die Partikel stammen.

Warum ist Saharastaub gesundheitlich problematisch?

Calima ist ein natürliches Wetterphänomen. Dabei gelangen große Mengen mineralischen Staubs aus der Sahara in die Atmosphäre und können über den Atlantik bis zu den Kanarischen Inseln transportiert werden.

Bei hohen Konzentrationen kann der Staub die Atemwege reizen und bestehende Erkrankungen verschlimmern.

Mögliche Beschwerden sind:

  • Husten und Reizung des Halses
  • Brennende oder gereizte Augen
  • Atembeschwerden und Kurzatmigkeit
  • Verstärkung von Asthma- und COPD-Symptomen
  • Ungewöhnliche Müdigkeit bei körperlicher Belastung

Besonders vorsichtig sollten Menschen mit chronischen Atemwegs- oder Herzerkrankungen sein.

Auch ältere Menschen und Kinder können empfindlicher auf starke Feinstaubbelastungen reagieren.

AirCanLab verweist auf wissenschaftliche Untersuchungen des CSIC und des Hospital Universitario de Canarias, die Zusammenhänge zwischen eingeatmetem Saharastaub, Entzündungen der Atemwege und gesundheitlichen Komplikationen bei älteren Menschen zeigen.

Eine natürlich verursachte Belastung ist deshalb nicht automatisch gesundheitlich unbedenklich.

Wie kann man sich bei Calima schützen?

Die kanarische Generaldirektion für Notfälle empfiehlt bei hoher Saharastaubbelastung, die körperliche Anstrengung im Freien zu reduzieren.

Besonders für Menschen mit Atemwegserkrankungen sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • Fenster und Türen geschlossen halten, wenn die Außenluft stark mit Staub belastet ist.
  • Anstrengenden Sport im Freien vermeiden, insbesondere Joggen, Radfahren und intensive Wanderungen.
  • Regelmäßig trinken und trockene Innenraumluft vermeiden.
  • Verordnete Medikamente bereithalten und bestehende Behandlungspläne einhalten.
  • Bei gesundheitlichen Beschwerden ärztlichen Rat einholen.

Wer bei starker Belastung unbedingt länger im Freien arbeiten oder unterwegs sein muss, kann durch eine gut sitzende partikelfiltrierende FFP2-Maske die eingeatmete Staubmenge reduzieren.

Eine solche Maske ersetzt jedoch nicht die Empfehlung, unnötige Aufenthalte im Freien bei sehr schlechter Luftqualität zu vermeiden.

Bei deutlicher Atemnot, Brustschmerzen oder anderen schweren akuten Beschwerden sollte unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Was sollten Urlauber auf den Kanaren beachten?

Auch Urlauber können von starken Calima-Ereignissen betroffen sein.

Besonders bei Wanderungen, Radtouren oder anderen sportlichen Aktivitäten im Freien kann eine hohe Feinstaubbelastung problematisch werden.

Wer einen Ausflug in die Berge oder eine längere Wanderung plant, sollte deshalb nicht nur die Wettervorhersage, sondern auch die aktuellen Luftqualitätswerte kontrollieren.

Bei schlechter Luftqualität kann es sinnvoll sein, anstrengende Aktivitäten zu verschieben.

Für Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen ist es ratsam, benötigte Medikamente auch auf Ausflügen mitzuführen.

Calima kann außerdem die Sicht beeinträchtigen. Autofahrer sollten bei schlechter Sicht die Geschwindigkeit anpassen und besonders aufmerksam fahren.

Ob bestimmte Wanderwege, Straßen oder touristische Einrichtungen eingeschränkt werden, hängt von der jeweiligen Situation und den Anordnungen der zuständigen Behörden ab.

Auch industrielle Luftverschmutzung aus Nordafrika nachgewiesen

Neben den natürlichen Staubquellen konnte AirCanLab auch grenzüberschreitende industrielle Luftverschmutzung identifizieren.

Solche Belastungen wurden bereits 2024 festgestellt und traten nach Angaben des Labors auch 2025 und 2026 auf.

Die Forscher nennen unter anderem Industrieanlagen in Marokko und Algerien als mögliche Quellen.

Dazu gehören die Düngemittelproduktion, Kohlekraftwerke, Raffinerien und andere Energieanlagen.

Die Schadstoffe können mit Luftströmungen über große Entfernungen transportiert werden und die Kanarischen Inseln erreichen.

Die Untersuchung zeigt damit, dass nicht sämtliche Luftverschmutzung auf den Kanaren natürlichen Ursprungs ist.

Auch lokale Verkehrs- und Industrieemissionen bleiben für die Luftqualität relevant.

Warum wurden trotz hoher Staubwerte keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt?

Diese Aussage der Forscher muss genau eingeordnet werden.

Bei der rechtlichen Bewertung der Luftqualität können unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge aus

Quelle: gomeratoday.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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