Cristina Valido schließt Zusammenarbeit mit Vox aus – Politik auf Kanaren (Parteien Kanaren)

Cristina Valido schließt Zusammenarbeit mit Vox aus

User avatar placeholder
Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

25. Oktober 2026

Coalición Canaria: Cristina Valido schließt Zusammenarbeit mit Vox aus

Cristina Valido, Abgeordnete der Coalición Canaria (CC) im spanischen Parlament, hat eine Zusammenarbeit mit der Partei Vox ausgeschlossen. Als entscheidenden Grund nennt sie die unterschiedlichen Vorstellungen über die Selbstverwaltung der Kanarischen Inseln. Auch bei der Migrationspolitik und bei staatlichen Vergünstigungen für die Inselbewohner sieht sie grundlegende Differenzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Politische Abgrenzung: Cristina Valido lehnt Vereinbarungen mit Vox ab.
  • Hauptstreitpunkt: Die Selbstverwaltung der Kanaren und das regionale Autonomiestatut.
  • Weitere Konflikte: Residentenrabatte, öffentlicher Nahverkehr und Migrationspolitik.
  • Andere Parteien: Vereinbarungen mit PP und PSOE hält Valido weiterhin für möglich.
  • Ort der Aussagen: Casillas del Ángel auf Fuerteventura, 24. Oktober 2026.

Warum Cristina Valido eine Zusammenarbeit mit Vox ablehnt

Bei einem Besuch in Casillas del Ángel auf Fuerteventura erklärte Cristina Valido am Samstag, 24. Oktober, dass sie keine Grundlage für eine politische Zusammenarbeit mit Vox sehe.

Die Abgeordnete begründete ihre Haltung insbesondere mit dem spanischen Staatsmodell.

Valido wirft Vox vor, die bestehenden Autonomierechte der spanischen Regionen grundsätzlich infrage zu stellen. Für eine regional ausgerichtete Partei wie Coalición Canaria sei die Selbstverwaltung der Kanarischen Inseln jedoch eine unverzichtbare Grundlage ihrer Politik.

Das Autonomiestatut bezeichnete sie als politische Grenze, die ihre Partei nicht überschreiten könne.

Was bedeutet das Autonomiestatut für die Kanaren?

Das Autonomiestatut bildet die rechtliche Grundlage der kanarischen Selbstverwaltung. Es regelt die Institutionen und Zuständigkeiten der autonomen Gemeinschaft innerhalb des spanischen Staates.

Dazu gehören regionale Entscheidungsbefugnisse unter anderem in Bereichen wie Raumordnung, Tourismus, Gesundheitswesen und Bildung, jeweils im Rahmen der spanischen Verfassung und der geltenden Zuständigkeitsverteilung.

Für Coalición Canaria ist diese Selbstverwaltung ein zentraler Bestandteil ihrer politischen Ausrichtung.

Vox vertritt dagegen ein stärker zentralisiertes Staatsmodell und setzt sich für eine grundlegende Neuordnung der Zuständigkeiten zwischen dem spanischen Staat und den autonomen Gemeinschaften ein.

Die Aussagen Validos spiegeln damit einen grundsätzlichen politischen Konflikt über die territoriale Organisation Spaniens wider.

Residentenrabatte und kostenlose Busfahrten als Streitpunkte

Valido verwies außerdem auf staatliche und regionale Maßnahmen, die besondere Lebensbedingungen auf den Kanaren berücksichtigen sollen.

Sie nannte insbesondere die Unterstützung für La Palma, die Residentenrabatte bei Reisen und die kostenlose Nutzung bestimmter öffentlicher Verkehrsmittel.

Aus ihrer Sicht dürften diese Regelungen nicht einfach als ungerechtfertigte Vorteile gegenüber anderen Regionen betrachtet werden.

Die Kanaren gehören zu den sogenannten Regionen in äußerster Randlage der Europäischen Union. Ihre geografische Entfernung zum europäischen Festland und die Aufteilung auf mehrere Inseln bringen besondere wirtschaftliche und infrastrukturelle Herausforderungen mit sich.

Die genannten Vergünstigungen beruhen allerdings auf unterschiedlichen gesetzlichen und finanziellen Grundlagen. Sie sind nicht sämtlich unmittelbar durch das Autonomiestatut garantiert.

Warum Vereinbarungen mit PP und PSOE möglich bleiben

Anders als gegenüber Vox zeigte sich Valido offen für Verhandlungen mit den beiden großen spanischen Parteien Partido Popular (PP) und Partido Socialista Obrero Español (PSOE).

Sie verwies auf die bisherigen Erfahrungen ihrer Partei mit beiden politischen Lagern.

Auf den Kanaren regiert Coalición Canaria derzeit gemeinsam mit dem PP. Auf nationaler Ebene hat die Partei auch Vereinbarungen mit dem PSOE geschlossen.

Nach Validos Darstellung sind politische Kompromisse möglich, solange die grundlegenden Interessen der Kanaren berücksichtigt werden.

Ihre Absage an Vox begründete sie dagegen mit den aus ihrer Sicht unvereinbaren Positionen bei der Selbstverwaltung und weiteren regionalpolitischen Fragen.

Migration auf El Hierro: Valido fordert bessere Vorbereitung

Neben der parteipolitischen Abgrenzung äußerte sich die Abgeordnete zur aktuellen Migrationssituation.

Nach den Angaben, auf die sich der ursprüngliche Bericht bezieht, erreichten innerhalb von zwei Tagen rund 1.000 Migranten die Insel El Hierro.

Valido kritisierte, dass die spanische Regierung aus ihrer Sicht nicht ausreichend auf einen erneuten Anstieg der Ankünfte vorbereitet sei.

Sie forderte zusätzliche Informationen über die Entwicklung der Migrationsrouten sowie eine bessere Abstimmung zwischen staatlichen und kanarischen Behörden.

Außerdem sprach sie sich für eine stärkere Ausstattung von Polizei, Seenotrettung und Aufnahmeinfrastruktur aus.

Dabei verwies sie auf die Lage der Kanaren an einer wichtigen Migrationsroute zwischen Nordwestafrika und Europa.

Die Angaben zur Zahl der Ankünfte und zur Vorbereitung der Behörden sind Aussagen beziehungsweise Darstellungen aus dem Interview. Eine unabhängige Überprüfung der konkreten Zahlen und der verfügbaren Einsatzmittel ist für eine weitergehende Bewertung erforderlich.

Welche politische Bedeutung haben die Aussagen?

Die Äußerungen machen deutlich, welche Bedingungen Cristina Valido für eine mögliche Zusammenarbeit auf nationaler Ebene formuliert.

Die Coalición Canaria verfügt als Regionalpartei über eine eigenständige Position innerhalb der spanischen Parteienlandschaft. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Vertretung kanarischer Interessen.

Valido signalisiert weiterhin Verhandlungsbereitschaft gegenüber PP und PSOE, grenzt sich jedoch von Vox ab.

Ob und in welcher Form daraus künftig parlamentarische Vereinbarungen entstehen, hängt von den politischen Mehrheitsverhältnissen und konkreten Verhandlungen ab.

Unsere Einordnung: Es geht um mehr als eine mögliche Koalition

Die Aussagen Validos betreffen eine grundsätzliche Frage der spanischen Politik: Wie viel Selbstverwaltung sollen die autonomen Gemeinschaften besitzen?

Für die Kanaren ist diese Debatte besonders relevant, weil die Insellage in verschiedenen Politikbereichen Sonderregelungen erforderlich macht.

Dazu zählen beispielsweise die Finanzierung des Verkehrs, bestimmte wirtschaftliche Ausgleichsmaßnahmen und die Organisation öffentlicher Dienstleistungen.

Die von Valido angesprochenen politischen Differenzen sollten dabei getrennt betrachtet werden: Die Frage nach regionaler Selbstverwaltung ist nicht identisch mit der Finanzierung einzelner Vergünstigungen oder mit der Migrationspolitik.

Ihre Aussagen sind zunächst eine klare politische Positionierung. Konkrete Änderungen bei Residentenrabatten, Busfahrten oder Autonomierechten ergeben sich daraus nicht.

Quelle: La Voz de Fuerteventura, Interview mit Cristina Valido vom 24. Oktober 2026.

Spanischen Originalbericht lesen

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Deutschsprachige Kleinanzeigen für alle Kanaren-Inseln: Immobilien, Jobs, Fahrzeuge, Dienstleistungen und mehr – jetzt Angebote entdecken oder kostenlos inserieren.

→ Anzeigen entdecken

Schreibe einen Kommentar

Kanaren-Nachrichten
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.