Am 27. Juni 2023 um 11:30 Uhr findet in San Cristóbal de La Laguna eine Demonstration statt, die sich gegen die steigenden Mietpreise und die Immobilien-Spekulation richtet. Organisiert von der Mietersyndikat von Teneriffa, stellt diese Veranstaltung einen wichtigen Schritt im Kampf um bezahlbaren Wohnraum auf den Kanarischen Inseln dar. Die Stadt La Laguna hat sich als Symbol für die aktuelle Wohnkrise etabliert, da hier die Mietpreise um 15,6 % gestiegen sind, was die Notwendigkeit einer sofortigen politischen Reaktion deutlich macht.
Die Organisatoren fordern die sofortige Erklärung von „angespannten Zonen“, um die Mietpreise zu regulieren und damit dem Druck auf die Mieter entgegenzuwirken. In La Laguna stehen lediglich 49 Wohnungen für den langfristigen Mietmarkt 560 Ferienwohnungen gegenüber. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Auswirkungen des Tourismus auf den Wohnungsmarkt und die Lebensqualität der ansässigen Bevölkerung. Die Mietpreise sind mittlerweile auf durchschnittlich 1.781 Euro pro Quadratmeter gestiegen, was viele Familien und Arbeiter aus ihren Heimatgemeinden verdrängt.
Teneriffa ist die erste Stadt im Archipel, die sich an den landesweiten Mobilisierungen beteiligt. Über zwanzig Demonstrationen sind in ganz Spanien zwischen dem 24. Mai und dem 28. Juni geplant, alle unter dem Motto „Die Wohnung kostet uns das Leben“. Diese Mobilisierungen könnten als „heiße Frühlingszeit“ bezeichnet werden, da sie die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der aktuellen Situation widerspiegeln. Seit der Erklärung des Wohnungsnotstands vor über zwei Jahren hat sich für viele Menschen auf den Kanaren wenig verbessert.
Neben der Regulierung der Mietpreise fordert das Syndikat auch eine effektive Politik zur Rückgewinnung leerstehender Wohnungen, insbesondere von großen Immobilienbesitzern. Sie setzen sich für Maßnahmen ein, die Druck auf diese Eigentümer ausüben, damit sie ihre Immobilien auf den Markt bringen. Die aktuellen Vorschläge der Regierung, die auf Freiwilligkeit und steuerliche Anreize abzielen, werden als unzureichend angesehen, um die spekulativen Dynamiken zu verändern.
Ein weiterer zentraler Punkt der Forderungen ist die Verhinderung des Kaufs von Zweitwohnungen durch spekulative Investoren, einschließlich ausländischer Kapitalanleger. Die Organisatoren argumentieren, dass Wohnraum nicht als finanzielle Anlage betrachtet werden sollte, während die lokale Bevölkerung unter der Wohnungsnot leidet. Sie fordern zudem eine nachhaltige Erhöhung des sozialen Wohnungsbestands, um sicherzustellen, dass diese Wohnungen für die ansässige Bevölkerung zugänglich sind.
Die Demonstration in La Laguna ist nicht die einzige ihrer Art auf den Kanaren. Auch andere Gruppen, wie das „Recht auf ein Dach“ in Gran Canaria und das Mietersyndikat auf Fuerteventura, planen ähnliche Aktionen. Diese Mobilisierungen zielen darauf ab, einen kollektiven Druck aufzubauen, um die Rechte auf Wohnraum zu verteidigen und eine grundlegende Reform des Wohnungsmarktes zu erreichen. Die Situation in La Laguna ist ein klarer Hinweis auf die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Wohnpolitik der Kanarischen Inseln.
Quelle: eldiario.es
Zum Original