Erste offizielle Statistik zu Scheidungen in Spanien zeigt regionale Unterschiede und soziale Faktoren – Behörden (Trib…

Erste offizielle Statistik zu Scheidungen in Spanien zeigt regionale Unterschiede und soziale Faktoren

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

23 Juli, 2026

Zwischen März 1932 und Ende 1933 wurden in Spanien insgesamt 7.059 Scheidungsanträge und 832 Anträge auf Trennung eingereicht, wie die erste offizielle Statistik zu Eheauflösungen im Land dokumentiert. Von den Scheidungsanträgen wurden rund die Hälfte genehmigt, was zu 3.546 rechtskräftigen Scheidungen führte. Bei den Trennungen wurden von 832 Anträgen 447 bewilligt. Diese Zahlen entsprechen jährlich etwa 2.026 genehmigten Scheidungen und 255 genehmigten Trennungen, bei einer Scheidungsrate von 0,96 pro 10.000 Einwohner.

Die Statistik offenbart deutliche regionale Unterschiede. So weist die Provinz Álava die geringste Zahl an Scheidungen auf, während Madrid die meisten Fälle verzeichnet, dicht gefolgt von Barcelona und weiteren Küstenregionen, trotz deren größerer Bevölkerungszahl. Erstaunlicherweise gibt es 20 Regionen, darunter auch Las Palmas auf den Kanarischen Inseln, in denen kein einziger männlicher Ehepartner eine Trennung beantragt hat.

Auffällig ist zudem der Anteil der Frauen an den Anträgen: Sie stellen 56 Prozent der Scheidungs- und Trennungsanträge. Dies zeigt, dass Frauen in diesen Verfahren häufiger die Initiative ergriffen und eine Trennung oder Scheidung einleiteten.

Betrachtet man die Dauer der Ehen vor der Scheidung, zeigt sich, dass Scheidungsanträge bei länger bestehenden Ehen zunehmen. Nach nur einem Jahr Ehe wurden 118 Anträge gestellt, nach zehn Jahren 285 und bei Ehen, die 30 Jahre gehalten hatten, stieg die Zahl der Anträge auf 517.

Ein weiterer sozial relevanter Aspekt ist, dass mehr als die Hälfte der Scheidungsverfahren mit einem Antrag auf Armutsschutz eines der Ehepartner verbunden waren. Dies unterstreicht die Bedeutung wirtschaftlicher Faktoren in den Scheidungsprozessen der damaligen Zeit. Die Gerichte lehnten in einigen Regionen, etwa in Segovia, bis zu 50 Prozent der Scheidungsanträge ab, was auf strenge juristische Prüfungen und gesellschaftliche Normen schließen lässt.

Die vorliegende Statistik bietet einen Einblick in die sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen der frühen 1930er Jahre in Spanien und zeigt, wie unterschiedlich die Entwicklung der Eheauflösungen in den Regionen war. Für die Kanarischen Inseln, vertreten durch Las Palmas, ist die Tatsache bemerkenswert, dass dort keine männlichen Trennungsanträge gestellt wurden, was auf konservative gesellschaftliche Strukturen hindeuten könnte. Diese historischen Daten liefern wertvolle Anhaltspunkte, um die gesellschaftlichen Dynamiken rund um Ehe und Trennung in Spanien besser zu verstehen und deren Entwicklung bis heute nachzuvollziehen.

Quelle: lavozdelamemoria.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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