Kanaren: 1.380 bezahlte Ausbildungsplätze für Arbeitslose – wer teilnehmen kann und wie die Anmeldung funktioniert
Die kanarische Regierung stellt 34,6 Millionen Euro für neue Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramme bereit. Insgesamt sollen 1.380 arbeitslose Menschen auf den Kanarischen Inseln die Möglichkeit erhalten, eine berufliche Qualifikation zu erwerben und gleichzeitig einer bezahlten Beschäftigung nachzugehen.
Die sogenannten PFAE-Programme richten sich insbesondere an Menschen, die Schwierigkeiten haben, auf dem regulären Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden. Dazu gehören Arbeitslose über 45 Jahre, Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Personen mit Behinderung sowie Frauen.
Auch für ausländische Residenten auf den Kanaren können die Programme interessant sein. Entscheidend sind die jeweiligen Teilnahmevoraussetzungen und die Registrierung beim kanarischen Arbeitsamt.
Das Wichtigste in Kürze
- Insgesamt 1.380 Teilnehmerplätze in 92 Projekten.
- 34,6 Millionen Euro stehen für die Programme zur Verfügung.
- Jede Maßnahme dauert rund 11,5 Monate.
- Teilnehmer erhalten einen Ausbildungsvertrag mit bezahlter Beschäftigung.
- 65 Prozent der Zeit entfallen auf praktische Arbeit, 35 Prozent auf Ausbildung.
- Besonders berücksichtigt werden Arbeitslose über 45 Jahre und Menschen mit geringer Qualifikation.
- 55 Prozent der Plätze sind für Frauen vorgesehen.
- Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt über die zuständigen Stellen und Projektträger.
- Die aktuelle Antragsfrist von 20 Tagen gilt für Projektträger, nicht für arbeitslose Bewerber.
Wer kann an den Ausbildungsprogrammen teilnehmen?
Die Programme richten sich an arbeitslose Personen, die beim Servicio Canario de Empleo (SCE), dem kanarischen Arbeitsamt, als arbeitssuchend registriert sind.
Besonders berücksichtigt werden Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen oder beruflichen Situation Schwierigkeiten haben, eine Beschäftigung zu finden.
Dazu zählen insbesondere Personen ohne Berufsabschluss oder mit geringer beruflicher Qualifikation, Arbeitslose über 45 Jahre, jüngere Menschen ohne abgeschlossene reguläre Ausbildung und Personen mit einer anerkannten Behinderung von mindestens 33 Prozent.
Für Frauen sind 55 Prozent der Teilnehmerplätze reserviert. Innerhalb dieser Gruppe werden insbesondere Frauen berücksichtigt, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind.
Die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen bedeutet jedoch nicht, dass automatisch ein Ausbildungsplatz garantiert wird. Entscheidend sind die Voraussetzungen des jeweiligen Projekts und das Auswahlverfahren.
Können auch Deutsche und andere ausländische Residenten teilnehmen?
Grundsätzlich sind die PFAE-Programme nicht ausschließlich für gebürtige Kanarier bestimmt.
Auch deutsche Staatsangehörige und andere ausländische Residenten können grundsätzlich berücksichtigt werden, sofern sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen.
Dazu gehören insbesondere die rechtlich zulässige Aufnahme einer Beschäftigung in Spanien sowie die Registrierung als arbeitssuchende Person beim Servicio Canario de Empleo.
Für EU-Bürger, die auf den Kanaren leben, ist deshalb vor allem wichtig, dass ihre Anmeldung beim Arbeitsamt aktuell ist.
Bei Staatsangehörigen außerhalb der Europäischen Union muss zusätzlich geprüft werden, ob ihr Aufenthaltsstatus die erforderliche Beschäftigung erlaubt.
Da Ausbildung und praktische Tätigkeit überwiegend auf Spanisch stattfinden, können ausreichende Spanischkenntnisse für die erfolgreiche Teilnahme ebenfalls wichtig sein. Ob besondere sprachliche Anforderungen bestehen, hängt vom jeweiligen Ausbildungsprojekt ab.
Wie können sich Arbeitslose anmelden?
Die derzeit veröffentlichte Ausschreibung richtet sich zunächst an zugelassene Organisationen und Projektträger, die Ausbildungsmaßnahmen durchführen möchten.
Die Frist von 20 Tagen nach Veröffentlichung im Boletín Oficial de Canarias (BOC) ist deshalb keine allgemeine Bewerbungsfrist für arbeitslose Teilnehmer.
Wer an einem PFAE-Projekt teilnehmen möchte, sollte zunächst sicherstellen, dass eine gültige Registrierung beim Servicio Canario de Empleo besteht.
Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt anschließend im Zusammenhang mit den bewilligten Ausbildungsprojekten und den zuständigen Arbeitsämtern.
Nach den bisherigen Verfahrensregeln werden geeignete Kandidaten von den Arbeitsämtern an die Projektträger vermittelt. Die Träger können im Rahmen der Auswahl zusätzliche Prüfungen durchführen.
Ein gesonderter allgemeiner Bewerbungstermin für die 1.380 Teilnehmerplätze wurde in der aktuellen Regierungsmitteilung nicht genannt.
Erhalten die Teilnehmer während der Ausbildung Geld?
Ja. Ein wesentlicher Unterschied zu gewöhnlichen Weiterbildungskursen besteht darin, dass die ausgewählten Teilnehmer einen Arbeitsvertrag für die Ausbildung in Verbindung mit Beschäftigung erhalten.
Die Programme kombinieren bezahlte Arbeit mit einer beruflichen Qualifizierung.
Rund 65 Prozent der Zeit werden für tatsächliche Arbeiten oder Dienstleistungen von öffentlichem beziehungsweise sozialem Interesse genutzt. Die übrigen 35 Prozent entfallen auf theoretische und praktische Ausbildung.
Die Beschäftigung erfolgt im Rahmen des jeweiligen Projekts.
Eine konkrete monatliche Vergütung für die Programme 2026 nennt die aktuelle Regierungsmitteilung nicht. Deshalb lässt sich derzeit nicht seriös angeben, welchen Nettobetrag ein Teilnehmer monatlich erhalten wird.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Jedes PFAE-Projekt dauert 11,5 Monate und umfasst 15 Teilnehmerplätze.
Während dieser Zeit sollen die Teilnehmer sowohl praktische Berufserfahrung sammeln als auch die für einen anerkannten beruflichen Abschluss erforderlichen Kenntnisse erwerben.
Die Programme sind damit deutlich umfangreicher als kurze Weiterbildungskurse, die lediglich einige Wochen dauern.
Das Ziel besteht darin, die Chancen auf eine reguläre Beschäftigung nach Abschluss des Projekts zu verbessern.
Eine automatische Übernahme in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis ist damit allerdings nicht verbunden.
Welche Berufe können erlernt werden?
Die konkreten Ausbildungsrichtungen hängen von den Projekten ab, die im Rahmen der Ausschreibung beantragt und bewilligt werden.
Grundsätzlich verbinden PFAE-Projekte berufliche Qualifizierung mit Arbeiten oder Dienstleistungen, die einen öffentlichen oder sozialen Nutzen haben.
Bei solchen Programmen kommen beispielsweise Tätigkeitsfelder wie Garten- und Landschaftspflege, Gebäudewartung, Verwaltung, soziale Dienstleistungen oder andere praktische Berufsfelder infrage.
Welche Fachrichtungen tatsächlich in den 92 Projekten des Jahres 2026 angeboten werden, lässt sich erst anhand der bewilligten Maßnahmen feststellen.
Interessenten sollten deshalb nicht nur auf die Zahl der Plätze auf ihrer Insel achten, sondern vor allem darauf, welche berufliche Qualifikation das jeweilige Projekt vermittelt.
Wie verteilen sich die 1.380 Ausbildungsplätze auf die Inseln?
Die kanarische Regierung hat eine Verteilung der Projekte nach Inseln vorgesehen. Maßgeblich ist unter anderem die Zahl der registrierten Arbeitssuchenden.
| Insel | Projekte | Teilnehmer |
|---|---|---|
| Teneriffa | 38 | 570 |
| Gran Canaria | 38 | 570 |
| Lanzarote | 5 | 75 |
| La Palma | 4 | 60 |
| Fuerteventura | 4 | 60 |
| La Gomera | 2 | 30 |
| El Hierro | 1 | 15 |
| Gesamt | 92 | 1.380 |
Teneriffa und Gran Canaria erhalten zusammen 1.140 Teilnehmerplätze und damit den überwiegenden Teil des Programms.
Auf den kleineren Inseln werden ebenfalls Projekte vorgesehen. So stehen für La Gomera 30 Plätze und für El Hierro 15 Plätze im Programm.
Die genaue Verteilung auf einzelne Gemeinden und Ausbildungsstandorte wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Was bringt das Programm Arbeitslosen über 45 Jahren?
Besonders interessant können die Maßnahmen für Menschen sein, die nach längerer Beschäftigung arbeitslos geworden sind oder beruflich neu anfangen möchten.
Die Programme ermöglichen es, über mehrere Monate hinweg praktische Erfahrung zu sammeln und gleichzeitig einen beruflichen Qualifikationsnachweis anzustreben.
Für Arbeitslose ohne anerkannten Berufsabschluss kann dies den Zugang zu Stellen erleichtern, für die Arbeitgeber bestimmte berufliche Kompetenzen verlangen.
Auch Menschen, die bislang überwiegend in Saisonbeschäftigungen oder einfachen Hilfstätigkeiten gearbeitet haben, können von einer zusätzlichen Qualifikation profitieren.
Ob die Teilnahme im Einzelfall sinnvoll ist, hängt jedoch von der angebotenen Fachrichtung, den persönlichen Voraussetzungen und den späteren Beschäftigungsmöglichkeiten ab.
Was sollten Interessenten jetzt tun?
Wer sich für eines der Programme interessiert, sollte zunächst prüfen, ob die Registrierung beim Servicio Canario de Empleo noch gültig ist.
Wichtig ist außerdem, dass persönliche Daten, berufliche Qualifikationen und die gewünschte berufliche Tätigkeit beim Arbeitsamt korrekt hinterlegt sind.
Sobald die einzelnen Projekte bewilligt und ihre Ausbildungsrichtungen bekannt gegeben werden, lässt sich gezielter prüfen, welche Angebote zum eigenen beruflichen Hintergrund passen.
Informationen zur Arbeitssuche und zu den Beschäftigungsprogrammen bietet das Servicio Canario de Empleo.
Unsere Einordnung
Für arbeitslose Residenten auf den Kanaren bieten die PFAE-Programme eine Möglichkeit, berufliche Weiterbildung mit bezahlter praktischer Arbeit zu verbinden.
Gerade für Menschen über 45 Jahre oder ohne anerkannten Berufsabschluss kann dies eine Alternative zu einer rein schulischen Weiterbildung sein.
Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen der jetzt veröffentlichten Förderausschreibung und der späteren Auswahl der Teilnehmer.
Die 1.380 Plätze sind noch keine unmittelbar frei buchbaren Ausbildungsstellen. Erst wenn die einzelnen Projekte bewilligt und die Auswahlverfahren vorbereitet sind, wird feststehen, welche Berufe an welchen Standorten angeboten werden.
Für deutschsprachige Residenten ist besonders relevant, dass die Programme grundsätzlich nicht an eine kanarische Herkunft gebunden sind. Wer die arbeits- und aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt und beim SCE registriert ist, kann grundsätzlich für eine Teilnahme infrage kommen.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
Zum Original

