Kanaren planen 487,5 Millionen Euro für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei 2027
Die Regierung der Kanarischen Inseln will 2027 insgesamt 487,5 Millionen Euro für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei bereitstellen beziehungsweise verwalten. Das Geld stammt aus dem eigenen Haushalt, staatlichen Beiträgen und europäischen Förderprogrammen. Schwerpunkte sind die Wasserversorgung, die Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe und die Unterstützung junger Landwirte.
Das Wichtigste in Kürze
- 487,5 Millionen Euro Gesamtmittel für den Primärsektor im Jahr 2027.
- 172 Millionen Euro Eigenmittel der autonomen Gemeinschaft, 29 Millionen Euro vom spanischen Staat und 286,5 Millionen Euro aus EU-Programmen.
- 24,7 Millionen Euro für Bewässerung und landwirtschaftliche Wasserinfrastruktur.
- 17,2 Millionen Euro für die Modernisierung landwirtschaftlicher und viehwirtschaftlicher Betriebe.
- 7,5 Millionen Euro zur Unterstützung des Generationenwechsels in der Landwirtschaft.
- 20,8 Millionen Euro EU-Mittel für Investitionen im Fischereisektor.
- Acht Millionen Euro für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen.
Woher kommen die 487,5 Millionen Euro?
Der kanarische Landwirtschaftsminister Narvay Quintero hat die Finanzplanung für 2027 im zuständigen Parlamentsausschuss vorgestellt.
Insgesamt sollen 487,5 Millionen Euro für die Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und damit verbundene Einrichtungen zur Verfügung stehen.
Die Finanzierung setzt sich aus drei Bereichen zusammen:
| Finanzierungsquelle | Betrag |
|---|---|
| Eigenmittel der Kanarischen Inseln | 172 Mio. € |
| Beiträge des spanischen Staates | 29 Mio. € |
| Europäische Fördermittel | 286,5 Mio. € |
| Gesamt | 487,5 Mio. € |
Der eigentliche Eigenmittelhaushalt des Landwirtschaftsministeriums beträgt rund 154,7 Millionen Euro. Bereinigt um ausgelaufene Mittel aus dem europäischen Wiederaufbaufonds entspricht dies einem Anstieg von 0,86 Prozent gegenüber 2026.
Die realen Investitionen des Ministeriums sollen um 18,48 Prozent auf 43,7 Millionen Euro steigen.
Die Gesamtsumme von 487,5 Millionen Euro ist somit nicht mit zusätzlichen Ausgaben aus dem kanarischen Haushalt gleichzusetzen.
24,7 Millionen Euro für Bewässerung und Wasserinfrastruktur
Ein Schwerpunkt ist die Verbesserung der Wasserversorgung für landwirtschaftliche Betriebe.
Dafür sind 24,7 Millionen Euro vorgesehen.
Das Geld soll unter anderem in die Modernisierung von Bewässerungsnetzen und Wasserspeichern fließen.
Gerade auf den Kanarischen Inseln ist die Verfügbarkeit von Wasser eine wesentliche Voraussetzung für eine wirtschaftliche Landwirtschaft.
Zusätzlich sind acht Millionen Euro aus staatlichen Mitteln vorgesehen, um die Mehrkosten bei der Wassergewinnung und Aufbereitung für die landwirtschaftliche Bewässerung zu reduzieren.
Dazu gehören Wasser aus Brunnen und Galerien, entsalztes Wasser und aufbereitetes Wasser.
Landwirtschaftliche Betriebe sollen modernisiert werden
Für die Modernisierung landwirtschaftlicher und viehwirtschaftlicher Betriebe stehen 17,2 Millionen Euro aus Maßnahmen des europäischen Agrarstrategieplans PEPAC bereit.
Weitere 2,89 Millionen Euro sind für Verarbeitungsmaßnahmen vorgesehen.
Die Förderung soll Investitionen in moderne Technik, effizientere Produktionsabläufe und eine höhere Wertschöpfung unterstützen.
Damit möchte die Regierung die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Erzeuger verbessern.
Welche einzelnen Investitionen förderfähig sind, richtet sich nach den jeweiligen Programmen und Ausschreibungen.
7,5 Millionen Euro für junge Landwirte
Ein weiteres Ziel ist der Generationenwechsel in der Landwirtschaft.
Dafür plant die Regierung 7,5 Millionen Euro ein.
Die Mittel sollen jungen Menschen den Einstieg in die landwirtschaftliche Tätigkeit erleichtern.
Auch die berufliche Aus- und Weiterbildung wird ausgebaut.
Insgesamt sind dafür 4,8 Millionen Euro vorgesehen. Darin enthalten sind zusätzliche Mittel für die beiden maritim-fischereilichen Berufsbildungsinstitute und die drei landwirtschaftlichen Ausbildungszentren.
Die Modernisierung der landwirtschaftlichen Ausbildungszentren soll mit 1,6 Millionen Euro unterstützt werden.
Mehr Geld für Umwelt- und Klimaschutz
Für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen im Rahmen des PEPAC sind acht Millionen Euro vorgesehen.
Damit verdreifacht sich die entsprechende Mittelausstattung gegenüber 2026.
Gefördert werden sollen landwirtschaftliche Praktiken, die natürliche Ressourcen schonen und die Anpassung an den Klimawandel unterstützen.
Die Regierung kündigte außerdem Verbesserungen bei den Förderbedingungen und eine bessere Planung der Antragsfristen an.
Ziel ist es, dass Betriebe ihre Investitionen frühzeitiger planen können und berechtigte Antragsteller leichter Zugang zu den Hilfen erhalten.
Welche Unterstützung erhält die Fischerei?
Auch die Fischerei ist Bestandteil des Investitionsprogramms.
Für den Ausgleich inselbedingter Mehrkosten sind 8,3 Millionen Euro im Rahmen von POSEICAN Pesca vorgesehen.
Weitere 20,8 Millionen Euro aus dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (FEMPA) sollen in Verarbeitung, Vermarktung und Hafenausstattung investiert werden.
Die Regierung will außerdem Fischervereinigungen und deren Verbände stärker unterstützen.
Nach Angaben des Ministeriums wurde die Förderung für diese Organisationen um mehr als 600.000 Euro erhöht. Förderfähige Ausstattungen der Fischervereinigungen sollen dabei vollständig finanziert werden können.
Forschung und Vermarktung regionaler Produkte
Das kanarische Agrarforschungsinstitut ICIA soll seine Forschungsaktivitäten ausbauen.
Für strategische Agrarforschungsprojekte sind 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Damit wird die Finanzierung dieses Bereichs verdoppelt.
Weitere 300.000 Euro sollen die Digitalisierung und Präzisionslandwirtschaft unterstützen.
Das Institut für Lebensmittelqualität ICCA erhält außerdem Mittel für die Vermarktung kanarischer Produkte.
Mehr als eine Million Euro sind für entsprechende Werbe- und Absatzmaßnahmen vorgesehen.
Für das Programm Ecocomedores und den Plan zur Förderung der Agrarökologie stehen zusammen rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.
Die öffentliche Gesellschaft GMR Canarias soll insbesondere kleineren Produzenten helfen, zusätzliche Absatzmöglichkeiten zu erschließen.
Dazu gehört auch eine stärkere Zusammenarbeit mit Hotels, Restaurants und anderen touristischen Betrieben.
Was bedeuten POSEI, REA, PEPAC und FEMPA?
Ein erheblicher Teil der Mittel wird über europäische Förderprogramme bereitgestellt.
POSEI: Unterstützt die landwirtschaftliche und viehwirtschaftliche Produktion auf den Kanaren und berücksichtigt die besonderen wirtschaftlichen Bedingungen der Insellage.
REA: Das besondere Versorgungsregime soll die Mehrkosten bei der Versorgung mit bestimmten notwendigen Produkten ausgleichen.
PEPAC: Der spanische Strategieplan zur Gemeinsamen Agrarpolitik umfasst unter anderem Förderungen für Betriebsmodernisierung, junge Landwirte und Umweltmaßnahmen.
FEMPA: Der europäische Fonds unterstützt Fischerei, Aquakultur, Verarbeitung und Vermarktung sowie entsprechende Infrastruktur.
Die Programme verfolgen unterschiedliche Ziele und haben jeweils eigene Förderbedingungen.
Wann können Landwirte und Fischer Fördermittel beantragen?
Die veröffentlichten Haushaltszahlen bedeuten nicht, dass sämtliche Förderprogramme bereits zur Antragstellung geöffnet sind.
Für die einzelnen Maßnahmen gelten eigene Ausschreibungen, Voraussetzungen und Fristen.
Interessierte Betriebe sollten deshalb die Veröffentlichungen der kanarischen Landwirtschaftsverwaltung und des Boletín Oficial de Canarias (BOC) beachten.
Erst die jeweiligen Förderaufrufe legen verbindlich fest, wer antragsberechtigt ist, welche Ausgaben gefördert werden und bis wann Anträge eingereicht werden müssen.
Unsere Einordnung: Entscheidend ist, ob die Mittel bei den Betrieben ankommen
Das Investitionsprogramm zeigt, dass die kanarische Regierung die Landwirtschaft und Fischerei auch 2027 finanziell unterstützen möchte.
Besonders relevant sind die Mittel für die Wasserinfrastruktur, Betriebsmodernisierung und den Generationenwechsel.
Für viele Betriebe ist jedoch nicht allein die Höhe der angekündigten Förderung entscheidend.
Ebenso wichtig sind verständliche Antragsverfahren, verlässliche Zahlungsfristen und eine ausreichende Finanzierung der tatsächlich entstehenden Produktionskosten.
Die Regierung hat angekündigt, Verwaltungsverfahren zu vereinfachen und Zahlungen zu beschleunigen.
Ob diese Verbesserungen in der Praxis greifen, wird sich erst bei der Umsetzung der einzelnen Förderprogramme zeigen.
Die 487,5 Millionen Euro sind daher zunächst ein Finanzierungsrahmen. Welche Wirkung er für die kanarische Landwirtschaft und Fischerei entfaltet, hängt von der konkreten Mittelvergabe und den tatsächlich realisierten Investitionen ab.
Quelle: Gobierno de Canarias, Landwirtschaftsministerium, Mitteilung vom 4. November 2026.

