Nach Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff MV Hondius fährt erneut in Richtung Kanaren
Fünf Monate nach dem Hantavirus-Ausbruch an Bord der MV Hondius führt eine neue Atlantikreise das niederländische Expeditionskreuzfahrtschiff voraussichtlich wieder in die Nähe der Kanarischen Inseln. Das Schiff hat Anfang Oktober den Hafen von Vlissingen in den Niederlanden verlassen und ist auf dem Weg nach Montevideo in Uruguay.
Im Mai 2026 war die MV Hondius nach einem schweren Krankheitsausbruch vor Teneriffa eingetroffen. Bei der internationalen Gesundheitskrise starben drei Menschen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die MV Hondius verließ am 6. Oktober 2026 den niederländischen Hafen Vlissingen.
- Als Reiseziel ist Montevideo in Uruguay angegeben, mit einer ursprünglich geschätzten Ankunft am 28. Oktober.
- Auf ihrer Atlantikroute könnte die MV Hondius erneut in die Nähe der Kanarischen Inseln kommen.
- Ein Zwischenstopp auf Teneriffa ist nicht bestätigt.
- Bei dem Hantavirus-Ausbruch im Frühjahr wurden insgesamt 13 Erkrankungsfälle registriert, darunter drei Todesfälle.
- Die Weltgesundheitsorganisation erklärte den Ausbruch am 2. Juli 2026 für eingedämmt.
- Nach den offiziellen WHO-Angaben besteht durch den damaligen Ausbruch keine fortdauernde Gefahr für die Bevölkerung.
Welche Route nimmt die MV Hondius?
Nach den veröffentlichten Schiffsverfolgungsdaten verließ die MV Hondius am 6. Oktober den niederländischen Hafen Vlissingen.
Als Ziel wurde Montevideo in Uruguay angegeben. Die ursprünglich gemeldete voraussichtliche Ankunft war der 28. Oktober 2026.
Auf der Fahrt über den Atlantik könnte das Schiff die Kanarischen Inseln passieren.
Wie nahe es tatsächlich an den Archipel heranfährt, lässt sich aus den bislang veröffentlichten Angaben jedoch nicht zuverlässig bestimmen.
Auch ein Anlaufen eines kanarischen Hafens ist nicht angekündigt.
Die genaue Route und die Ankunftszeiten können sich während der Reise ändern. Maßgeblich sind die jeweils aktualisierten AIS-Positionsdaten.
Was geschah im Mai 2026 vor Teneriffa?
Die MV Hondius geriet Anfang Mai in den Mittelpunkt einer internationalen Gesundheitskrise.
An Bord des Expeditionskreuzfahrtschiffs waren mehrere Menschen an einer Infektion mit dem Andes-Hantavirus erkrankt. Bereits vor der Ankunft auf Teneriffa hatte es Todesfälle gegeben.
Am 10. Mai erreichte das Schiff den Bereich des Hafens Granadilla de Abona im Süden Teneriffas.
Dort organisierten die spanischen Behörden gemeinsam mit internationalen Gesundheitsorganisationen die Ausschiffung und Rückführung der Passagiere.
Die Arbeiten wurden am 11. Mai abgeschlossen. Anschließend verließ die MV Hondius Teneriffa in Richtung Niederlande.
An der Operation waren unter anderem spanische Gesundheits- und Sicherheitsbehörden sowie die Weltgesundheitsorganisation beteiligt.
Wie viele Menschen erkrankten am Hantavirus?
Nach dem abschließenden WHO-Bericht vom 2. Juli 2026 wurden insgesamt 13 Erkrankungsfälle im Zusammenhang mit der MV Hondius registriert.
Davon waren zwölf Fälle im Labor bestätigt, ein weiterer wurde als wahrscheinlicher Fall eingestuft.
Drei der betroffenen Menschen starben.
Die Gesundheitsbehörden verfolgten mögliche Infektionskontakte über mehrere Wochen und koordinierten die Maßnahmen in zahlreichen Ländern.
Am 2. Juli erklärte die WHO den Ausbruch für eingedämmt. Die Kontaktüberwachung war abgeschlossen, ohne dass weitere Übertragungsketten festgestellt wurden.
Was ist das Andes-Hantavirus?
Beim Andes-Hantavirus handelt es sich um einen Erreger, der schwere Atemwegserkrankungen verursachen kann.
Anders als bei vielen anderen Hantaviren ist bei dieser Virusvariante auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.
Nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörden geschieht dies typischerweise bei engem und länger andauerndem Kontakt.
Die Untersuchungen zum Ausbruch auf der MV Hondius deuteten darauf hin, dass die ersten Infektionen wahrscheinlich bereits vor dem Betreten des Schiffes an Land erworben worden waren.
Die genaue ursprüngliche Infektionsquelle konnte im abschließenden WHO-Bericht nicht eindeutig bestimmt werden.
Was geschah nach der Rückkehr in die Niederlande?
Nach der Evakuierung auf Teneriffa fuhr die MV Hondius nach Rotterdam, wo sie am 18. Mai eintraf.
Dort wurden weitere gesundheitliche Kontrollen sowie umfangreiche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt.
Ende Mai wurde das Schiff nach Angaben der niederländischen Behörden wieder für den Betrieb freigegeben.
Anschließend nahm die Reederei Oceanwide Expeditions ihre Reisevorbereitungen wieder auf.
Die jetzige Fahrt nach Südamerika erfolgt somit mehrere Monate nach Abschluss der damaligen Gesundheitsmaßnahmen.
Besteht eine Gefahr für die Kanarischen Inseln?
Nach dem offiziellen Abschlussbericht der Weltgesundheitsorganisation besteht durch den Hantavirus-Ausbruch vom Frühjahr 2026 keine fortdauernde Gefahr für die Bevölkerung.
Die WHO stellte am 2. Juli fest, dass die Übertragungsketten unterbrochen waren und keine weiteren mit diesem Ausbruch verbundenen Ansteckungen erwartet wurden.
Die aktuelle Fahrt der MV Hondius ist deshalb nicht mit der damaligen Gesundheitskrise gleichzusetzen.
Allein die mögliche Vorbeifahrt eines zuvor betroffenen Schiffes ist kein Hinweis auf eine neue Infektionsgefahr.
Warum ist die erneute Fahrt dennoch bemerkenswert?
Im Mai stand Teneriffa im Mittelpunkt einer international koordinierten Gesundheitsoperation.
Passagiere aus verschiedenen Ländern mussten unter besonderen Schutzmaßnahmen ausgeschifft, medizinisch untersucht und in ihre Heimatländer zurückgebracht werden.
Der Fall zeigte, wie eng internationale Kreuzfahrtschifffahrt, Gesundheitsüberwachung und die Zusammenarbeit zwischen Staaten miteinander verbunden sind.
Fünf Monate später ist die MV Hondius wieder auf einer längeren Atlantikreise unterwegs.
Die mögliche Passage in der Nähe der Kanarischen Inseln erinnert an die damaligen Ereignisse, hat nach den vorliegenden Informationen aber keine vergleichbare gesundheitliche Bedeutung.
Quelle: https://www.who.int/emergencies/disease-outbreak-news/item/2026-DON611
Quelle: https://www.atlanticohoy.com/sociedad/mv-hondius-crucero-hantavirus-cerca-canarias_1568277_102.html
Quelle: tenerifeweekly.com

