Teneriffas Straßenbahn: Personalmangel sorgt für Probleme und überfüllte Haltestellen
Der Personalmangel bei der Straßenbahn auf Teneriffa beeinträchtigt zunehmend den Betrieb. Das hat die Inselverwaltung im Cabildo-Plenum am 30. Oktober 2026 eingeräumt. Betroffen sind nicht nur die Fahrer, sondern auch die Wartung, die Betriebssteuerung und die Verwaltung. Gleichzeitig wächst die Kritik an überfüllten Haltestellen und unregelmäßigen Fahrzeiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Cabildo bestätigt Personalengpässe beim Straßenbahnbetreiber Metropolitano de Tenerife.
- Besonders betroffen sind Fahrer, Wartung, Betriebssteuerung und Verwaltung.
- Die Regelmäßigkeit der Straßenbahnverbindungen leidet unter den Personalproblemen.
- Die Opposition berichtet von überfüllten Haltestellen und Beschwerden der Fahrgäste.
- Zusätzliche Mitarbeiter für Wartung, Betriebssteuerung und Fahrdienst sind vorgesehen.
- Ein konkreter Termin für eine dauerhafte Verbesserung wurde nicht genannt.
Was bedeutet das für Fahrgäste auf Teneriffa?
Wer regelmäßig mit der Straßenbahn zwischen Santa Cruz und La Laguna unterwegs ist, muss sich weiterhin auf mögliche Unregelmäßigkeiten einstellen. Der vom Cabildo bestätigte Personalmangel erschwert es dem Betreiber, einen gleichmäßigen Betrieb sicherzustellen.
Besonders problematisch ist dies für Berufspendler, Schüler, Studenten und Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.
Unregelmäßige Abfahrtsintervalle können dazu führen, dass sich mehr Fahrgäste an den Haltestellen sammeln und die nachfolgenden Bahnen stärker ausgelastet sind.
Unsere Einordnung: Die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs hat die Nachfrage erhöht. Damit das Angebot zuverlässig funktioniert, müssen Personalbestand, Wartung und Betriebssteuerung mit der gestiegenen Fahrgastzahl Schritt halten. Für Fahrgäste zählt letztlich nicht nur der Preis, sondern auch, ob die Straßenbahn regelmäßig fährt und ausreichend Platz bietet.
Cabildo räumt Personalprobleme ein
Die für Mobilität zuständige Inselrätin Eulalia García bestätigte während der Plenarsitzung des Cabildo am 30. Oktober, dass Metropolitano de Tenerife in mehreren Unternehmensbereichen unter Personalmangel leidet.
Betroffen seien sowohl der Fahrdienst als auch die Verwaltung, die Betriebssteuerung und die Wartung.
Nach Angaben der Inselrätin erschweren die Engpässe die tägliche Organisation des Betriebs. Auch Verwaltungs- und Planungsaufgaben könnten deshalb nicht im gewünschten Tempo erledigt werden.
Besonders deutlich zeigen sich die Schwierigkeiten bei der Regelmäßigkeit der Straßenbahnverbindungen.
Opposition berichtet von überfüllten Haltestellen
Der sozialistische Sprecher Aarón Afonso kritisierte im Cabildo-Plenum die Entwicklung des Straßenbahnbetriebs in den vergangenen Monaten.
Nach seiner Darstellung hat sich die Situation für Fahrgäste verschlechtert. An manchen Haltestellen sei der Andrang zeitweise so groß, dass wartende Menschen kaum noch auf den Bahnsteigen Platz fänden.
Diese Schilderungen stammen aus der Kritik der Opposition. Konkrete Zahlen zu ausgefallenen Fahrten, durchschnittlichen Verspätungen oder zur Auslastung einzelner Linien wurden in dem Bericht nicht genannt.
Damit bleibt offen, wie stark die einzelnen Strecken und Tageszeiten tatsächlich betroffen sind.
Mehr Fahrgäste durch kostenlosen Nahverkehr
Eine zusätzliche Herausforderung ist die gestiegene Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsmitteln auf Teneriffa.
Die kostenlose Nutzung für berechtigte Fahrgäste hat den öffentlichen Nahverkehr attraktiver gemacht. Gleichzeitig erhöht eine stärkere Nachfrage die Anforderungen an Personal, Fahrzeuge und Betriebsorganisation.
Wenn die Zahl der Fahrgäste steigt, ohne dass der Betrieb entsprechend verstärkt werden kann, können sich Engpässe insbesondere während der Hauptverkehrszeiten verschärfen.
Streit um Vereinbarungen nach dem Straßenbahnstreik
Neben den Problemen für Fahrgäste gibt es weiterhin Auseinandersetzungen zwischen Beschäftigten und Unternehmensführung.
Im Januar 2026 hatten Vereinbarungen dazu beigetragen, einen Streik bei der Straßenbahn zu beenden. Nach Darstellung der sozialistischen Opposition beklagen Arbeitnehmer, dass Teile dieser Vereinbarungen bislang nicht vollständig umgesetzt worden seien.
Eulalia García widersprach dem Eindruck eines grundsätzlichen Stillstands. Metropolitano arbeite weiter an den zugesagten Maßnahmen. Der Umsetzungsstand sei ihrer Einschätzung nach bereits relativ hoch, allerdings nannte sie keinen konkreten Prozentsatz.
Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen gehören:
- die Unterzeichnung eines Protokolls für Unfälle und Zwischenfälle,
- die Planung von Präventionsmaßnahmen,
- die Durchführung einer Notfallübung,
- die Verabschiedung eines Gleichstellungsplans,
- abgeschlossene Schulungen im Bereich elektrische Energie.
Andere Punkte sind noch offen. Dazu gehören unter anderem die Überprüfung der Gefährdungsbeurteilungen, die Aktualisierung bestimmter Überwachungsprotokolle und der endgültige Austausch von Materialien im Zusammenhang mit Staubbelastungen.
Metropolitano will zusätzliches Personal einstellen
Um die Situation zu verbessern, plant Metropolitano mehrere Maßnahmen zur personellen Verstärkung.
Dazu gehören zusätzliche Mitarbeiter für die Wartung, eine Erweiterung des Teams für die Betriebssteuerung sowie die vorgesehene Einstellung weiterer Straßenbahnfahrer.
Auch die Gewerkschaft Comisiones Obreras (CCOO) fordert ein stärkeres Eingreifen des Cabildo. Sie kritisiert die Arbeitsbedingungen, die Qualität des Straßenbahnbetriebs und Schwierigkeiten bei den Tarifverhandlungen.
Wann die zusätzlichen Mitarbeiter vollständig zur Verfügung stehen und ab welchem Zeitpunkt sich dadurch die Fahrplanregelmäßigkeit verbessern könnte, ist bislang nicht bekannt.
Was können Pendler und Besucher jetzt tun?
Wer die Straßenbahn für wichtige Termine nutzt, sollte insbesondere während der Hauptverkehrszeiten etwas zusätzliche Zeit einplanen.
Aktuelle Fahrplaninformationen und mögliche Betriebsstörungen können Fahrgäste über die offiziellen Informationskanäle von Metropolitano de Tenerife abrufen.
Informationen zum Straßenbahnbetrieb: https://metrotenerife.com/
Die bestätigten Personalengpässe bedeuten nicht, dass jede Verbindung verspätet ist oder regelmäßig Fahrten ausfallen. Sie zeigen jedoch, dass die Zuverlässigkeit des Angebots derzeit unter Druck steht.
Entscheidend wird sein, wie schnell Metropolitano die angekündigten Neueinstellungen umsetzen und die noch offenen Vereinbarungen mit den Beschäftigten abschließen kann.
Quelle: Diario de Avisos, 30. Oktober 2026 – Angaben aus der Cabildo-Plenarsitzung.

