Neue Grippeimpfkampagne auf den Kanaren gestartet: Fokus auf Kinder zum Schutz der Älteren – Gesundheit (Servicio Canario…

Neue Grippeimpfkampagne auf den Kanaren gestartet: Fokus auf Kinder zum Schutz der Älteren

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

20. Oktober 2026

Grippeimpfung auf den Kanaren gestartet: Wer sich impfen lassen kann und wie die Terminbuchung funktioniert

Auf den Kanarischen Inseln läuft seit Montag, dem 19. Oktober 2026, die allgemeine Impfkampagne gegen Grippe und weitere Atemwegsinfektionen in den Gesundheitszentren. Besonders im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr Kinder, ältere Menschen und Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe.

Die Kanarische Gesundheitsbehörde hat für die Grippesaison 2026/2027 insgesamt 281.263 Impfdosen beschafft. Neu ist unter anderem, dass die Grippeimpfung für drei- bis fünfjährige Kinder erstmals auch in privaten Vorschuleinrichtungen angeboten wird.

Termine können über die Telefonnummer 012 oder zwei alternative Rufnummern vereinbart werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Start in den Gesundheitszentren: 19. Oktober 2026
  • Frühere Impfphase: Seit 5. Oktober für besonders gefährdete Gruppen und Kinder in Vorschuleinrichtungen
  • Grippeimpfung für Kinder: Im Alter von sechs Monaten bis unter sechs Jahren empfohlen
  • Impfung in Schulen: Für Drei-, Vier- und Fünfjährige als Nasenspray, jetzt auch in privaten Einrichtungen
  • Weitere Zielgruppen: Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke und bestimmte Berufsgruppen
  • Impfstoff: 281.263 Grippeimpfdosen für die Saison beschafft
  • Kosten der Beschaffung: 2.829.050 Euro
  • Reguläres Kampagnenende: 31. Dezember 2026
  • Mögliche Verlängerung: Bis 31. März 2027
  • Terminvereinbarung: 012, 922 470 012 oder 928 301 012

Wer sollte sich auf den Kanaren gegen Grippe impfen lassen?

Die Grippeimpfung richtet sich in der Saison 2026/2027 besonders an Menschen, bei denen eine Infektion häufiger zu Komplikationen führen kann.

Nach Angaben des Servicio Canario de la Salud (SCS) gehören dazu:

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Kinder von sechs Monaten bis unter sechs Jahren
  • Schwangere und Frauen im Wochenbett
  • Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem
  • Bewohner von Pflege- und Betreuungseinrichtungen
  • Menschen, die mit besonders gefährdeten Personen zusammenleben oder diese betreuen
  • Beschäftigte im Gesundheitswesen und in sozialen Einrichtungen
  • Beschäftigte wichtiger Dienste, darunter Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz
  • Personal in Kindergärten und Vorschuleinrichtungen
  • Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, beispielsweise Tierärzte und Beschäftigte in der Landwirtschaft
  • Raucher und Menschen mit weiteren gesundheitlichen Risikofaktoren

Ob eine Impfung im Einzelfall empfohlen wird, lässt sich im Gesundheitszentrum klären.

Grippeimpfung für Kinder jetzt auch in privaten Schulen

Eine wichtige Neuerung betrifft die Grippeimpfung in Vorschuleinrichtungen.

Bereits seit dem 5. Oktober werden Kinder im Alter von drei, vier und fünf Jahren direkt in teilnehmenden Bildungseinrichtungen geimpft.

Das Angebot umfasst öffentliche, staatlich geförderte private (concertados) und erstmals auch vollständig private Einrichtungen der frühkindlichen Bildung.

Verwendet wird ein Grippeimpfstoff, der über die Nase verabreicht wird.

Für die Kinder entfällt damit die Spritze.

Die Impfung in den Bildungseinrichtungen soll Eltern den Zugang erleichtern und die Zahl der geimpften Kinder erhöhen.

Kinder im Alter von sechs Monaten bis unter drei Jahren gehören ebenfalls zur Zielgruppe der Grippeimpfung, erhalten diese aber nicht über das schulische Nasensprayprogramm.

Welche Impfstoffform geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter und möglichen medizinischen Gegenanzeigen ab.

Warum werden Kinder besonders berücksichtigt?

Kinder können sich in Kindergärten und Schulen leicht mit Grippeviren anstecken und diese anschließend innerhalb ihrer Familien weitergeben.

Das kann besonders für ältere Angehörige oder Menschen mit Vorerkrankungen problematisch sein.

Alejandro Álvarez, stellvertretender Pflegedirektor der Primärversorgung auf Teneriffa, betonte zum Kampagnenstart, dass die Impfung von Kindern auch zum Schutz ihrer Familien beitragen kann.

Die Grippeimpfung schützt jedoch nicht nur andere.

Nach Angaben der kanarischen Gesundheitsbehörde können auch kleine Kinder schwere Grippeverläufe entwickeln. Die Behörde verweist darauf, dass die Häufigkeit grippebedingter Krankenhausaufnahmen bei Kindern unter sechs Jahren mit der von Menschen zwischen 65 und 75 Jahren vergleichbar ist.

Die Impfung soll deshalb vor allem das Risiko schwerer Erkrankungen und Komplikationen reduzieren.

Sie verhindert nicht jede Ansteckung.

Welche Impfungen werden gegen COVID-19 und RSV angeboten?

Neben der Grippeimpfung umfasst die Gesundheitskampagne weitere Schutzmaßnahmen gegen Atemwegsinfektionen.

Dabei gelten jedoch unterschiedliche Empfehlungen.

Infektion Für wen ist die Immunisierung vorgesehen?
Grippe Kinder ab sechs Monaten bis unter sechs Jahren, Menschen ab 60 Jahren und weitere definierte Risikogruppen
COVID-19 Insbesondere Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe nach den gesonderten Impfempfehlungen
RSV/VRS Bestimmte Säuglinge, besonders gefährdete ältere Menschen und weitere eng definierte Risikogruppen

Die Zugehörigkeit zu einer Zielgruppe für die Grippeimpfung bedeutet nicht automatisch, dass auch eine COVID-19- oder RSV-Immunisierung empfohlen wird.

COVID-19-Impfung: Eigene Empfehlungen

Seit der vorherigen Impfsaison werden die Empfehlungen für Grippe und COVID-19 getrennt veröffentlicht.

Der Grund ist, dass sich die medizinischen Voraussetzungen für die beiden Impfungen unterscheiden.

Die COVID-19-Impfung wird insbesondere Menschen angeboten, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.

Da COVID-19 nicht eindeutig auf die Wintermonate begrenzt ist, kann die Impfung bei entsprechender Indikation auch außerhalb der Grippesaison erfolgen.

Wenn beide Impfungen empfohlen werden, können sie grundsätzlich beim selben Termin verabreicht werden.

Dabei müssen die geltenden medizinischen Vorgaben berücksichtigt werden, darunter nach dem kanarischen Protokoll ein Mindestabstand von drei Monaten zur letzten COVID-19-Impfung oder bestätigten Infektion.

RSV: Schutz für Säuglinge und besonders gefährdete Erwachsene

Das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV oder auf Spanisch VRS, kann vor allem bei Säuglingen und älteren Menschen schwere Atemwegserkrankungen verursachen.

Auf den Kanaren wird die RSV-Prävention seit mehreren Jahren für Säuglinge angeboten.

Sie richtet sich unter anderem an Babys, die zu Beginn der RSV-Saison jünger als sechs Monate sind, sowie an während der Saison geborene Kinder. Für bestimmte besonders gefährdete Kleinkinder gelten zusätzliche Empfehlungen.

Bei Säuglingen erfolgt die Prävention üblicherweise mit einem lang wirksamen Antikörperpräparat und nicht mit einer klassischen aktiven Impfung.

Neu ist in der Saison 2026/2027 die Erweiterung der RSV-Immunisierung auf bestimmte besonders gefährdete Erwachsene.

Dazu gehören:

  • Menschen ab 70 Jahren, die in entsprechenden Pflege- oder Betreuungseinrichtungen leben
  • Jüngere Bewohner solcher Einrichtungen mit schweren Herz- oder Atemwegserkrankungen
  • Bestimmte Menschen mit hämatologischen Krebserkrankungen
  • Empfänger einer Lungentransplantation oder einer Transplantation blutbildender Stammzellen

Für einige dieser Gruppen erfolgt die Immunisierung über die zuständigen Krankenhausabteilungen.

Wie kann man einen Impftermin vereinbaren?

Berechtigte Personen können einen Termin über die zentralen Rufnummern des kanarischen Gesundheitsdienstes vereinbaren.

Telefonnummern zur Terminbuchung:

  • 012 – Zentrale Bürger- und Terminvermittlung
  • 922 470 012 – Alternative Rufnummer
  • 928 301 012 – Alternative Rufnummer

Die beiden alternativen Nummern werden von der Gesundheitsbehörde als Anschlüsse ohne den zusätzlichen Tarif der 012 angegeben. Je nach Telefonvertrag können normale Verbindungskosten entstehen.

Bei der Terminvereinbarung kann geklärt werden, welche Impfung für die jeweilige Person vorgesehen ist und wo sie verabreicht wird.

Für Kinder, die am schulischen Impfprogramm teilnehmen, erfolgt die Organisation über die beteiligten Einrichtungen und den Gesundheitsdienst.

Wie lange läuft die Impfkampagne?

Die reguläre Grippeimpfkampagne endet nach der aktuellen Planung am 31. Dezember 2026.

Sollte die epidemiologische Entwicklung es erforderlich machen, kann sie bis zum 31. März 2027 verlängert werden.

Das bedeutet nicht, dass alle Impfangebote automatisch bis Ende März verfügbar sind.

Insbesondere die COVID-19-Impfung und die RSV-Prävention folgen eigenen medizinischen Empfehlungen und Zeitplänen.

Wer zur Zielgruppe gehört, sollte sich deshalb frühzeitig über einen geeigneten Termin informieren.

Mehr als 281.000 Grippeimpfdosen für die Kanaren

Der Servicio Canario de la Salud hat für die Saison 2026/2027 insgesamt 281.263 Grippeimpfdosen beschafft.

Dafür wurden 2.829.050 Euro bereitgestellt.

Im Vorjahr waren 267.000 Dosen gekauft worden. Das entspricht einer Steigerung um 5,4 Prozent.

Für die verschiedenen Alters- und Risikogruppen stehen vier Arten von Grippeimpfstoffen zur Verfügung.

Die Zahl von 281.263 bezieht sich ausschließlich auf die beschafften Grippeimpfdosen und nicht auf die Impfstoffe beziehungsweise Immunisierungspräparate gegen COVID-19 und RSV.

Unsere Einordnung: Für Familien und Senioren ist die Terminplanung entscheidend

Die Ausweitung der Grippeimpfung auf private Vorschuleinrichtungen ist eine praktische Verbesserung. Eltern müssen für die Impfung ihrer drei- bis fünfjährigen Kinder nicht zwingend einen zusätzlichen Termin im Gesundheitszentrum organisieren, wenn die Impfung über die jeweilige Einrichtung angeboten wird.

Auch für Familien mit älteren Angehörigen ist die Kampagne relevant. Eine Grippeinfektion kann bei Senioren und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen deutlich schwerer verlaufen als bei gesunden jüngeren Erwachsenen.

Wichtig ist allerdings, die drei Impfprogramme nicht miteinander zu verwechseln. Grippe, COVID-19 und RSV haben unterschiedliche Risikogruppen und Impfempfehlungen.

Wer auf Teneriffa oder einer anderen Kanareninsel lebt und zur Zielgruppe gehört, kann über das Gesundheitszentrum beziehungsweise die Terminrufnummern klären, welche Immunisierung vorgesehen ist.

Der praktische Vorteil: Die zentrale Terminvergabe ist bereits geöffnet. Betroffene müssen nicht auf einen späteren Kampagnenstart warten.

Quellen:

  • Gobierno de Canarias, Gesundheitsministerium, 19. Oktober 2026
  • Gobierno de Canarias, Mitteilung zum Beginn der ersten Impfphase, 5. Oktober 2026
  • Tenerife Weekly / El Día, 20. Oktober 2026

Offizielle Mitteilung der Kanarischen Regierung vom 19. Oktober

Informationen des SCS zur Grippeimpfung 2026/2027

Originalartikel von Tenerife Weekly

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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