Die Kanarische Regierung hat eine Förderausschreibung für soziale Projekte veröffentlicht, die sich an Kinder und Familien in schwierigen Lebenslagen richtet. Für das Jahr 2026 stehen dafür zunächst 918.872 Euro zur Verfügung, die im Rahmen eines Wettbewerbs vergeben werden. Ziel ist es, Programme zu unterstützen, die die Grundrechte von Minderjährigen schützen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf insbesondere bei besonders belasteten Familien verbessern.
Die Finanzierung kann bis zu 100 Prozent der anerkannten Ausgaben eines Projekts betragen, sofern die Gesamtkosten nicht durch weitere Hilfen überschritten werden. Einzelne Förderungen bewegen sich zwischen 8.000 und 80.000 Euro, wobei jede gemeinnützige Organisation maximal zwei Projekte mit einem Gesamtbudget von 160.000 Euro einreichen darf. Eine Erhöhung des Budgets ist nach Freigabe staatlicher Mittel und innerhalb der Frist möglich.
Die Ausschreibung legt den Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Kinderarmut und sozialer Ausgrenzung. Besonders berücksichtigt werden Familien mit erheblicher materieller Notlage, darunter Alleinerziehende und Haushalte in ländlichen Gebieten. Gefördert werden Maßnahmen, die grundlegende Bedürfnisse wie Ernährung, Hygieneartikel, Kleidung und Schuhe abdecken, sowie der Zugang zu wichtigen Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Bildung. Dazu zählen auch Unterstützung bei Schulmaterial oder Essensangeboten.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Arbeits- und Familienleben. Hierzu gehören Zuschüsse für Kindertagesstätten, kurzfristige Kinderbetreuung zur Arbeitsaufnahme der Eltern und Freizeitangebote während Ferien und schulfreien Zeiten. Darüber hinaus werden familienunterstützende Interventionen gefördert, die Beratung, Mediation und pädagogische Betreuung von Kindern und Jugendlichen umfassen können.
Antragsberechtigt sind ausschließlich private, gemeinnützige Organisationen, die auf den Kanaren tätig sind und sich dem Schutz von Kindern und Familien verschrieben haben. Sie müssen im entsprechenden Register eingetragen und ihren steuerlichen sowie sozialversicherungsrechtlichen Verpflichtungen nachgekommen sein. Für Projekte mit direkter Kinderbetreuung ist gegebenenfalls eine spezielle Zulassung erforderlich.
Die Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt anhand verschiedener Kriterien, darunter die Übereinstimmung mit der Kanarischen Strategie für Kindheit, Jugend und Familie, die Kohärenz der Maßnahmen sowie die Berücksichtigung von Diversität und Geschlechterperspektiven. Mindestens 50 Punkte müssen erreicht werden, um eine Förderung zu erhalten. Die Auszahlung erfolgt in der Regel nach Nachweis der Durchführung, wobei in begründeten Fällen auch Vorschüsse möglich sind, ausgenommen bei finanziell angeschlagenen Organisationen.
Interessierte Organisationen müssen ihre Anträge elektronisch über die offizielle Plattform der Kanarischen Regierung einreichen. Die Frist läuft vom 11. bis zum 24. August 2026, 23:59 Uhr. Anträge, die auf anderem Wege eingehen, werden nicht berücksichtigt. Neben dem Antrag sind eine Projektbeschreibung und ein Finanzierungsplan nach den vorgegebenen Modellen notwendig.
Die Bearbeitung und Entscheidung über die Förderanträge übernimmt der Dienst für Planung, Management und Verwaltung. Die maximale Bearbeitungsdauer beträgt acht Monate. Erfolgt innerhalb dieses Zeitraums keine Entscheidung, gilt der Antrag als abgelehnt.
Quelle: laprovincia.es
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