Hohe Kosten durch erzwungene Fabrikstillstände belasten Spaniens Stromverbraucher – Divers / Vermischtes (Stromerzeugung)

Hohe Kosten durch erzwungene Fabrikstillstände belasten Spaniens Stromverbraucher

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

24 August, 2026

Spanien setzt zunehmend auf ein System, das große Industriebetriebe bei Bedarf dazu verpflichtet, ihre Produktion vorübergehend zu stoppen, um den Stromverbrauch schnell zu reduzieren und das Stromnetz vor instabilen Situationen zu schützen. Dieses sogenannte System der aktiven Nachfragesteuerung (SRAD) wurde im September 2022 eingeführt und hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Instrument entwickelt.

Während es im ersten Jahr der Einführung nur fünfmal angewandt wurde, kam es im laufenden Jahr bereits zu sieben weiteren Einsätzen, davon fünf allein im letzten Monat. Diese verstärkte Nutzung hängt vor allem mit unerwarteten Rückgängen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen zusammen. In einigen Fällen musste die Maßnahme sogar mehrfach an einem Tag aktiviert werden, was die Dringlichkeit unterstreicht.

Die Kosten für diese Maßnahme sind erheblich und werden auf den Stromrechnungen aller Verbraucher umgelegt. Seit Beginn des Programms summieren sich die Ausgaben für die Vergütung der Industrieunternehmen, die ihre Produktion reduzieren oder stoppen, auf rund 1.000 Millionen Euro. Für das Jahr 2026 sind allein durch die bereits durchgeführten Ausschreibungen 434 Millionen Euro eingeplant, zusätzlich zu den 520 Millionen Euro, die seit Mitte 2023 bereits gezahlt wurden.

Neben den festen Vergütungen entstehen variable Zahlungen, die sich nach der tatsächlich eingesparten Strommenge und den aktuellen Marktpreisen richten. Diese betrugen in diesem Jahr bereits rund 3 Millionen Euro. Die Aktivierungen erfolgen meist nachts, wenn die Stromnachfrage noch hoch ist, die erneuerbaren Energien jedoch weniger produzieren und die Großhandelspreise für Strom besonders hoch sind. Die jüngsten Preissteigerungen auf dem Energiemarkt, ausgelöst durch die Volatilität infolge internationaler Konflikte, führen dazu, dass die Kosten für die Aktivierung des SRAD deutlich höher ausfallen als in den Vorjahren.

Trotz der hohen Kosten ist das System der erzwungenen Stillstände günstiger als alternative Maßnahmen, etwa die verstärkte Nutzung von Gaskraftwerken zur Stromerzeugung. Seit dem großflächigen Stromausfall im April 2023 arbeitet der Netzbetreiber Red Eléctrica de España (REE) mit einer verstärkten Betriebsweise, die den Einsatz erneuerbarer Energien etwas einschränkt und stattdessen vermehrt auf traditionelle Kraftwerke setzt. Diese Strategie trägt zwar zur Netzstabilität bei, erhöht aber ebenfalls die Endpreise für Strom und verursacht zusätzliche Mehrkosten von über 800 Millionen Euro in weniger als anderthalb Jahren.

Das aktuelle SRAD-System hat das frühere Interrupibilitätssystem ersetzt, das von 2008 bis 2019 in Spanien galt. Während damals über hundert Fabriken teilnahmen, sind es heute nur noch rund zwanzig Unternehmen. Das alte System verursachte in zwölf Jahren Kosten von mehr als 5 Milliarden Euro, wurde jedoch nur sehr selten aktiviert. Die aktuelle Variante ist stärker in die Netzregelung integriert und zielt darauf ab, landesweite Ungleichgewichte zwischen Stromerzeugung und -verbrauch zu verhindern.

Für Verbraucher, Unternehmen und Urlauber auf den Kanarischen Inseln und dem gesamten spanischen Festland bedeutet diese Entwicklung, dass die Strompreise aufgrund der notwendigen Netzsicherungsmaßnahmen auf absehbare Zeit auf einem hohen Niveau bleiben dürften. Die laufenden Kosten für die Industrieausfälle und die verstärkte Nutzung konventioneller Kraftwerke werden weiterhin direkt auf die Stromrechnungen umgelegt. Künftige Anpassungen der Ausschreibungen und der Netzstrategie werden entscheidend sein, um die finanzielle Belastung zu steuern und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Quelle: laprovincia.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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