Wasserknappheit auf den Kanarischen Inseln bedroht Tourismus und Landwirtschaft auf Teneriffa (Wasserbecken Teneriffa)

Wasserknappheit auf den Kanarischen Inseln bedroht Tourismus und Landwirtschaft

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

27 Juli, 2026

Die Kanarischen Inseln stehen vor einer ernsten Wasserknappheit, die insbesondere für Urlauber und die lokale Wirtschaft spürbar wird. Die Grundwasserleiter, eine der wichtigsten Quellen für Süßwasser auf Inseln wie Teneriffa, sind übernutzt und können die Nachfrage nicht mehr nachhaltig decken. Vor allem die intensive landwirtschaftliche Nutzung und der wachsende Tourismus verursachen einen enormen Wasserverbrauch, der die ohnehin knappen Ressourcen weiter belastet.

Die Insel Teneriffa verzeichnet einen besonders kritischen Zustand seiner vier Grundwasserleiter, die mit einem Ausbeutungsindex von über 0,8 deutlich über dem nachhaltigen Niveau liegen. Die landwirtschaftliche Bewässerung macht rund 50 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs auf den Kanaren aus, auf La Palma sind es sogar bis zu 87 Prozent. Schwerpunkt sind die südlichen Gemeinden Guía de Isora und Arona, wo der Wasserverbrauch für die Bewässerung von Bananenplantagen besonders hoch ist.

Neben der Landwirtschaft trägt der Tourismus erheblich zur Wasserknappheit bei. Ein Tourist in einem Fünf-Sterne-Hotel verbraucht pro Nacht zwischen 600 und 1000 Litern Wasser – das ist bis zu sechsmal mehr als ein Inselbewohner mit durchschnittlich 150 Litern pro Tag. Dieser hohe Verbrauch spiegelt sich nicht nur im direkten Wasserbedarf von Hotels, Pools und Gärten wider, sondern auch im indirekten Wasserverbrauch, etwa für landwirtschaftliche Produkte und Wäschereien, die den Tourismussektor beliefern.

Das Problem verschärft sich durch den Klimawandel, der zu weniger und unregelmäßigen Niederschlägen führt. Auf Teneriffa ist die Neubildung der Grundwasserleiter in den vergangenen Jahrzehnten von 36 auf 29 Prozent gesunken. Um diesen Mangel auszugleichen, wird zunehmend Meerwasser entsalzt, was jedoch mit hohen Energiekosten und verstärkten CO2-Emissionen verbunden ist.

Ein weiterer Faktor ist der erhebliche Wasserverlust in den Versorgungsnetzen. Auf Lanzarote gehen mehr als 60 Prozent des Trinkwassers durch Lecks und veraltete Leitungen verloren, auf Teneriffa werden je nach Schätzung zwischen 28 und 60 Prozent des Wassers nicht fakturiert, weil es vor Erreichen der Verbraucher entweicht. Diese Verluste schwächen die Wasserversorgung zusätzlich und erhöhen den Druck auf die Ressourcen.

Um die Wasserkrise auf den Kanaren zu bewältigen, schlagen Fachleute eine Umorientierung vor: Statt die Wassererzeugung weiter auszubauen, sollten Maßnahmen zur Wassereinsparung, Effizienzsteigerung und Wiederverwendung in den Vordergrund rücken. Dazu gehören etwa die Einführung von Grenzwerten für die Wasserbelastung je Inselregion, die Bindung neuer Genehmigungen an die tatsächliche Wasserverfügbarkeit und progressive Tarife, die hohen Verbrauch teuer machen.

Auch die Sanierung der Wasserinfrastruktur und der Einsatz moderner Technologien zur Leckageerkennung könnten die Verluste deutlich reduzieren. Ergänzend könnten alternative Wasserquellen wie die Gewinnung von Nebel- oder Regenwasser genutzt werden, allerdings nur als ergänzende Maßnahmen.

Die Wasserknappheit auf den Kanaren wird damit zu einer Herausforderung, die den Alltag der Einwohner, die Lebensqualität der Urlauber und die Zukunft des Tourismus und der Landwirtschaft gleichermaßen betrifft. Konkrete Entscheidungen zur Begrenzung des Wasserverbrauchs und zur Anpassung an den Klimawandel stehen aus und werden entscheidend sein für die nachhaltige Entwicklung der Inseln.

Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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