Calima auf den Kanaren: Voralarm für alle Inseln – Höhepunkt am Mittwoch erwartet
Die kanarische Regierung hat wegen einer neuen Calima-Wetterlage für den gesamten Archipel einen Voralarm ausgerufen. Die Warnstufe gilt seit Montag, 26. Oktober 2026, um 12:30 Uhr. Besonders auf Teneriffa, Gran Canaria und Teilen von La Palma wurde bereits eine deutliche Verschlechterung der Luftqualität festgestellt. Am Dienstag könnte der Saharastaub zunehmend auch tiefere Lagen erreichen. Den Höhepunkt der Staubbelastung erwarten die Behörden für Mittwoch, 28. Oktober.
Das Wichtigste in Kürze
- Voralarm: Seit Montag, 26. Oktober 2026, 12:30 Uhr, auf allen Kanarischen Inseln.
- Besonders betroffen: Zunächst mittlere Höhenlagen und südlich ausgerichtete Gipfelbereiche der gebirgigen Inseln.
- Luftqualität: Bereits am Montag Verschlechterungen auf Teneriffa, Gran Canaria und Teilen von La Palma registriert.
- Dienstag, 27. Oktober: Staub könnte sich zunehmend in tiefere Lagen ausbreiten.
- Mittwoch, 28. Oktober: Voraussichtlicher Höhepunkt der Calima.
- Staubkonzentration: Regional könnten Werte von mehr als 100 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht werden.
- Gesundheit: Besonders Menschen mit Atemwegs- und anderen chronischen Erkrankungen sollten vorsichtig sein.
Kanarische Regierung ruft Calima-Voralarm aus
Die Generaldirektion für Notfälle der kanarischen Regierung hat am Montag einen Voralarm wegen einer neuen Calima-Wetterlage für sämtliche Inseln erklärt.
Die Entscheidung basiert auf Informationen der spanischen Wetteragentur Aemet und weiteren verfügbaren meteorologischen Daten.
Grundlage ist der kanarische Notfallplan für gefährliche Wetterereignisse, der sogenannte PEFMA.
Die Warnstufe Prealerta bedeutet, dass die Behörden eine potenziell gefährliche Wetterentwicklung beobachten und entsprechende Vorsorgemaßnahmen empfehlen.
Sie ist nicht mit einer allgemeinen Ausgangsbeschränkung oder einer automatischen Schließung öffentlicher Einrichtungen verbunden.
Teneriffa und Gran Canaria bereits mit schlechterer Luftqualität
Nach Angaben der kanarischen Regierung wurde bereits am Montag an zahlreichen Messstationen auf Teneriffa und Gran Canaria eine deutliche Verschlechterung der Luftqualität festgestellt.
Auch einige Messstationen auf La Palma registrierten erhöhte Belastungen.
Besonders betroffen sind zunächst die mittleren Höhenlagen und südlich ausgerichteten Gipfelbereiche der gebirgigen Inseln.
Dort könnten die Konzentrationen von Schwebstaub bereits mehr als 100 Mikrogramm pro Kubikmeter erreichen.
Diese Angaben beschreiben die erwartete Entwicklung der Staubbelastung. Sie bedeuten nicht, dass an jeder Messstation derselbe Wert gemessen wurde.
Mittwoch könnte der stärkste Calima-Tag werden
Die Behörden erwarten, dass sich die Staubwolke im Laufe des Dienstags weiter ausbreitet.
Ab Dienstagmittag kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Calima zunehmend auch in tiefere Lagen aller Inseln gelangt.
Damit könnten neben den Höhenlagen auch Küstenorte stärker betroffen sein.
Für Mittwoch, 28. Oktober, wird die größte Intensität des Wetterereignisses prognostiziert.
Dann könnten die Konzentrationen von Schwebstaub auf den Kanaren verbreitet über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter steigen.
Wie stark einzelne Orte betroffen sein werden, hängt unter anderem von Windrichtung, Höhenlage und der weiteren Wetterentwicklung ab.
Ein verbindliches Ende des Voralarms wurde in der Mitteilung vom 26. Oktober noch nicht genannt.
Lanzarote und Fuerteventura zunächst weniger betroffen
Auf den östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura wurde für Montag zunächst eine andere Entwicklung erwartet.
Dort sollte sich der Saharastaub vor allem in höheren Luftschichten halten und die Luftqualität am Boden zunächst weniger stark beeinträchtigen.
Das bedeutet jedoch keine Entwarnung für die folgenden Tage.
Ab Dienstagmittag könnte sich die Staubbelastung nach Angaben der Regierung auch in tieferen Lagen dieser Inseln verstärken.
Der Voralarm gilt deshalb ausdrücklich für den gesamten Archipel.
Welche gesundheitlichen Folgen kann Calima haben?
Calima entsteht, wenn trockene Luftströmungen Staubpartikel aus der Sahara über den Atlantik bis zu den Kanarischen Inseln transportieren.
Je nach Intensität können die Partikel die Atemwege und Augen reizen und bestehende gesundheitliche Beschwerden verstärken.
Besonders vorsichtig sollten Menschen mit Asthma, COPD und anderen chronischen Atemwegserkrankungen sein.
Auch Menschen mit bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen können empfindlicher auf eine erhöhte Partikelbelastung reagieren.
Die kanarische Regierung weist ausdrücklich darauf hin, dass das aktuelle Wetterereignis gesundheitliche Beschwerden auslösen oder bestehende Erkrankungen verschlimmern kann.
Was sollten Bewohner und Urlauber beachten?
Die Generaldirektion für Notfälle empfiehlt während stärkerer Calima folgende Vorsichtsmaßnahmen:
- Fenster und Türen möglichst geschlossen halten, wenn die Staubbelastung hoch ist.
- Anstrengende sportliche Aktivitäten im Freien reduzieren oder vermeiden.
- Ausreichend trinken und trockene Raumluft möglichst vermeiden.
- Bei chronischen Atemwegserkrankungen die üblichen Medikamente bereithalten.
- Aufenthalte im Freien bei deutlicher Staubbelastung nach Möglichkeit verkürzen.
- Bei gesundheitlichen Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
Ein Aufenthalt in geschlossenen Räumen ist insbesondere bei starker Belastung sinnvoll. Für gesunde Menschen bedeutet ein Calima-Voralarm jedoch nicht automatisch, dass sie das Haus überhaupt nicht verlassen dürfen.
Wer regelmäßig Medikamente gegen Atemwegserkrankungen einnimmt, sollte die verordnete Behandlung fortsetzen.
Vorsicht im Straßenverkehr
Neben den gesundheitlichen Auswirkungen kann Calima die Sicht auf Straßen erheblich verschlechtern.
Besonders in höheren Lagen und auf exponierten Strecken können dichte Staubwolken die Sichtweite einschränken.
Autofahrer sollten ihre Geschwindigkeit anpassen, ausreichend Abstand halten und bei schlechter Sicht die vorgeschriebene Fahrzeugbeleuchtung verwenden.
Auf unnötige Überholmanöver sollte bei eingeschränkter Sicht verzichtet werden.
Wo lässt sich die aktuelle Luftqualität überprüfen?
Da die Belastung regional stark unterschiedlich ausfallen kann, sind aktuelle Messwerte aussagekräftiger als eine allgemeine Prognose für die gesamte Insel.
Die Luftqualität lässt sich über das kanarische Luftqualitätsnetz und die offiziellen Informationen der Umweltverwaltung verfolgen.
Auch die Wettervorhersagen der spanischen Wetteragentur Aemet geben Hinweise zur weiteren Entwicklung.
Offizielle Informationsquellen:
- Kanarische Regierung – Warnungen und Notfallinformationen
- Aemet – Wettervorhersage für die Kanaren
- Kanarische Regierung – Luftqualität
Unsere Einordnung: Nicht jede Insel und Höhenlage ist gleich betroffen
Die aktuelle Calima zeigt, warum eine Warnung für den gesamten Archipel nicht bedeutet, dass überall dieselben Bedingungen herrschen.
Während auf Teneriffa und Gran Canaria bereits eine Verschlechterung der Luftqualität festgestellt wurde, sollte der Staub auf Lanzarote und Fuerteventura zunächst überwiegend in höheren Luftschichten bleiben.
Entscheidend ist deshalb die weitere Entwicklung am Dienstag und Mittwoch.
Für Bewohner und Urlauber ist vor allem wichtig, die örtlichen Messwerte zu beachten und körperliche Aktivitäten an die tatsächliche Luftqualität anzupassen.
Besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten die offiziellen Empfehlungen ernst nehmen.
Die für Mittwoch erwartete maximale Belastung ist eine Prognose. Ob sie tatsächlich eintritt und wie lange die Calima anhält, müssen die weiteren Messungen und Wetterdaten zeigen.
Quellen:
- Gobierno de Canarias, Generaldirektion für Notfälle, 26. Oktober 2026.
- Agencia Estatal de Meteorología (Aemet).
- Tenerife Weekly, 26. Oktober 2026.

